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  • Der automatische Detektiv – A. Lee Martinez

    Der automatische Detektiv – A. Lee Martinez

    Über „Der automatische Detektiv“ bin ich schon ein paar mal gestolpert. Jedesmal in einer Buchhandlung in gedruckter Form und jedesmal hatte ich es schon in der Hand, hab mich dann aber doch dagegen entschieden. Ich bin ein großer Noir Fan und liebe gute Detektiv-Stories. Der Klappentext hat mich angesprochen, aber etwas hat mich davon abgehalten, es zu kaufen. Jetzt weiß ich es, nach dem ich das Hörbuch, gelesen von Oliver Rohrbeck, durchgelauscht habe. Manchmal lohnt es sich, auf sein Bauchgefühl zu hören und zu warten.

    Titel: Der automatische Detektiv
    Autor: A. Lee Martinez
    Sprecher: Oliver Rohrbeck
    Genre: Sci-Fi / Noir / Pulp
    Lauzeit: 07 Std. 09 Min. (ungekürzt)

    Verlag: Lauscherlounge
    Erschienen: 2009

    Preis: € 13,95 (Flexi-Abo: € 9,95)

    Zur Story: Mack Megaton ist Taxifahrer, wohnt in der von Mutanten und anderen seltsamen Bewohnern wimmelnden Stadt Empire City und was die ganze Sache für ihn noch weiter verkompliziert, Mack ist ein 2 Meter großer Kampfroboter mit eigenem Bewußtsein. Letzteres ist immer noch ein Phänomen, daß der Wissenschaft Rätsel aufgibt, doch es gibt sie: Automatische, die mehr sind, als nur willenlose Ersatzteillager. Doch selbst unter ihnen ist Mack außergewöhnlich.

    Erbaut von einem genialen Wissenschaftler hätte er eigentlich eine unaufhaltsame Killermaschine sein sollen, statt dessen aber wendete er sich gegen seinen Schöpfer und hofft nun auf ein Bürgerrechtszertifikat, daß ihn zu einem offiziellen Mitglied der Gemeinschaft macht.

    Mack hat nicht viele Leute, die ihm etwas bedeuten. Eigentlich nur die Frau von Nebenan, die ihm täglich seine Fliege bindet (mit Händen, die für’s Zertrümmern erbaut wurden ist Feinmotorik eine heikle Angelegenheit) und ihre Kinder. Doch eines Tages ist die Familie plötzlich verschwunden und Empire City war zu groß und die Mühlen der Justiz mahlten zu langsam, als das die Logikschaltungen in seinem Gehirn Mack eine akzeptable Wahrscheinlichkeit für die Auffindung der Familie durch die Polizei ausgeben konnte.

    Und so macht sich der 2 Meter Roboter auf eigene Faust auf, die verschwundenen zu finden und stolpert so in einen Fall, der weitaus größere Tragweite hat, als es am Anfang den Anschein hatte…

    Sprecher: Oliver Rohrbeck, vielen bestimmt bekannt als die Stimme von Justus Jonas aus „Die drei ???“ oder die von Ben Stiller, ist eine feste Größe im Sprecherbereich. Aber er lieh auch vielen Helden alter Kindertage seine Stimme. Angefangen beim kleinen Drachen Grisu über Pinocchio (der Disney-Film Neuvertonung von 1973) bis hin zu Raymond ´Ray´ Stantz bei „The Real Ghostbusters“. Eigentlich fast schon ein kleines Wunder, daß ich erst jetzt ein Hörbuch rezensiere, das er eingelesen hat.

    „Der automatische Detektiv“ ist ein Sci-Fi-Noir-Pulp und Oliver Rohrbeck schafft es gekonnt, eben diese Stimmung rüber zu bringen. Man merkt ihm seine mittlerweile Jahrzehnte lange Erfahrung an, wenn er mit kleinen Variationen die verschiedenen Charaktere darstellt. In den Ich-Erzählerparts schlägt Oliver Rohrbeck die typisch raue Stimme des harten Detektivs an, was mich sofort gepackt hat, denn genau das Liebe ich an Film Noir. Mack bekam eine kühle Stimme, die aber nicht roboterhaft klang, denn trotz allem ist der metallene Riese mehr als nur elektrische Stromkreise und immer wieder überrascht er sich selbst, wenn er sich anders verhält als wie seine Roboternatur vermuten ließe. Aber auch die vielen Nebenfiguren wurden gekonnt zum Leben erweckt und machen das Hörbuch zu einem richtigen Hörgenuß.

    Fazit: „Der automatische Detektiv“ hat meine Hoffnungen voll erfüllt. Er ist auf eine angenehm bodenständige Art schräg und abgedreht. Der Hauptcharakter wird sehr schön beschrieben, in dem die ihm als Roboter eigenen Eigenheiten immer wieder dezent in die Erzählung eingeflochten werden, ohne Aufdringlich oder Nervig zu wirken. Mack besitzt eine interne Uhr und gibt somit bei jeder Gelegenheit exakte Zeitwerte aus. Wahrscheinlichkeitsparameter werden berechnet und Erlebtes kann intern beliebig oft wiedergegeben werden. All solche kleinen Anmerkungen und Äußerungen von Mack lassen den Roboter „lebendig“ werden. Oft genug können in Geschichten Charaktere fast schon beliebig ausgewechselt werden, da es ihnen an Hintergrund und Tiefe fehlt. Bei Mack paßt einfach nur ein 2 Meter großer Roboterhühne.

    Kleine Anmerkung am Rande: Ich habe bemerkt, daß es zwei verschiedene, sich aber sehr ähnliche, Cover gibt. Beide Male sieht man Mack vor der gleichen Stadtkulisse. Einmal in Silber und einmal in Rot. Bei beiden Covers haben sich aber Fehler eingeschlichen. Vom grundsätzlichem Aussehen her paßt das erste Cover besser, denn Mack hat statt eines Mundes nur eine Metallplatte. Nur läuft er stets in Klamotten herum, sofern diese ihm nicht in irgendeiner Art und Weise abhanden gekommen sind. Und die Farbe stimmt auch nicht, denn Automatische mit Bewußtsein werden rot lackiert, um sie von den „normalen“ Robotern zu unterscheiden. Das und die Kleidung macht das zweite Cover richtig, aber wie oben schon erwähnt hat Mack keinen Mund (und meines Wissens nach auch keine Nase). Hätte man dem Mack vom zweiten Cover die Gesichtszüge des ersten verpaßt, dann würde es passen. Und damit beenden wir auch schon wieder den Klugscheißer-Modus. =)

    Eine interessante Story, runder Hauptcharakter, interessante Sidekicks, gefährliche Gegner und ein klasse Sprecher. Noir / Pulp Fans sollten auf alle Fälle ein Ohr riskieren.

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s auch bei Audible zum download:
    Der automatische Detektiv

    Oder bei Hördeutsch.de als CD:
    Der automatische Detektiv

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  • Berge des Wahnsinns – H. P. Lovecraft

    Berge des Wahnsinns – H. P. Lovecraft

    Dieses mal gibt es einen Klassiker auf die Ohren. Howard Phillips Lovecraft dürfte den meisten bekannt sein. Für die wenigen, die ihn nicht kennen hier nur ganz kurz zusammen gefaßt. Er war ein amerikanischer Horror-Schriftsteller (*1890, †1937) des frühen 20. Jahrhunderts. Er ist einer der Hauptinitiatoren des sogenannten „(Cthulhu-)Mythos“, welcher eine Welt beschreibt, in der hinter der uns bekannten Realität uralte Wesenheiten lauern, deren Anblick allein den Wahnsinn bringen können. Götter aus anderen Dimensionen, für welche die Menschen nur kleine, unbedeutende Insekten sind.

    Die Protagonisten in einem typischen Mythos-Roman versuchen sich diesen Kreaturen und ihrem Gezücht entgegenzuwerfen, um für die Menschheit kleine Siege im ewigen Kampf zu erringen, nur um am Ende daran zu zerbrechen. Niemand der einmal hinter die Schleier geblickt hat, kann danach in ein normales Leben zurückkehren. Wahnsinn ist ein beliebtes Stilmittel und die endgültige Konsequenz in vielen Geschichten.

    Neben H.P. Lovecraft haben noch einige weitere Autor das finstere Pantheon rund um Cthulhu erweitert. Manche davon gemeinsam mit Lovecraft, andere schrieben vor seiner Zeit Geschichten, auf die Lovecraft aufbaute oder die sich später sehr gut einfügten, andere folgten nach. Noch heute findet man viele Motive und Namen in modernen Erzählungen und nicht selten führen berühmte Schriftsteller, Filmemacher und andere „Barden“ der Neuzeit Lovecraft als einen ihrer großen Vorbilder an.

    Lovecrafts Geschichten begleiten mich schon sehr lange und faszinieren mich durch ihre ganz eigene Art. Vor allem heute, wo es die technischen Möglichkeiten den Filmemachern leicht macht monströse Wesenheiten bis auf den letzten kariösen Backenzahn lebensecht darzustellen, bevorzuge ich den subtilen Horror einer guten Cthulhu-Geschichte. Lovecraft konzentrierte sich mehr auf die Gefühle und Ängste der Charaktere, wenn sie durch das Dunkel stolperten und versuchten zu verstehen, was da geschehen war und was da auf sie lauerte. Seine Geschichten vermitteln mehr das Gefühl eines Tatsachenberichtes als das einer fiktiven Geschichte. Und eben dieser Realismus gepaart mit dem subtilen Ton, der eben nicht alles bis ins Detail ausleuchtet, sondern vieles dem Leser überläßt, gefällt mir so an den Geschichten.

    Und mit „Berge des Wahnsinn“ gibt es heute die erste Rezension zu einem H.P. Lovecraft Hörbuch.

    Titel: Berge des Wahnsinns
    Autor: H.P. Lovecraft
    Sprecher: David Nathan
    Genre: Horror-Klassiker
    Lauzeit: 05 Std. 46 Min. (ungekürzt)

    Verlag: LPL Records
    Erschienen: 2008

    Preis: € 13,95 (Flexi-Abo: € 9,95)

    Zur Story: Der namenlose Ich-Erzähler bricht sein langes Schweigen und spricht über die tatsächlichen Ereignisse, welche die einstige Antarktis-Mission derart scheitern ließ und zum Tode so vieler Männer führte. Er berichtet über die anfänglichen Erfolge und darüber, wie sich ein Teil der Mannschaft zu einer Sonderexpedition aufmachte, um etliche hundert Meilen entfernt einer Spur von seltsamen Abdrücken im Schiefergestein nachzuspüren. Diese Mission führte schließlich neben atemberaubenden Entdeckungen zu einem unglaublichen Fund. In der Nähe eines riesigen Bergmassivs finden sich in einer freigesprengten Höhle erstaunlich gut erhaltene Leichen von einer bislang unbekannten Lebensform. Mit einigen Mühen wurden diese schließlich ins Lager gebracht, um dort weiter untersucht zu werden. Anschaulich wird dem Ich-Erzähler per Funk jeder einzelne Handgriff geschildert. Doch am nächsten Morgen schweigt das Funkgerät. Und auch in den folgenden Stunden hört man nichts mehr von der weit entfernten Mannschaft und man beschließt schließlich, selbst nachzuschauen, was dort vor sich geht.

    Der Rettungstrupp trifft schließlich in einem verwüsteten Lager ein. Drohend erheben sich die Berge vor ihnen, welche wegen der Gefühle, die nicht nur den Erzähler beschleichen, Berge des Wahnsinns getauft werden. Schnell wird klar, daß bis auf einen keiner der Expeditionsteilnehmer überlebt hat und von dem Letzten fehlt jede Spur. Die Zelte scheinen durchsucht worden zu sein. Von den Leichen der unbekannten Spezies sind nur noch drei auffindbar und diese wurden auf eigentümliche Art und Weise bestattet. Was war geschehen?

    Der Erzähler und ein weiter machen sich auf, die nahen Berge mit dem Flugzeug zu erkunden und was sie dort finden, übersteigt ihre wildesten Träume oder schon bald Alpträume.

    Das größte Anliegen des Erzählers liegt nun darin, eine erneut geplante Antarktis-Expedition durch seine Enthüllungen aufzuhalten, denn es könnte nicht nur den Tod der Männer bedeuten, die sich in die eisige Kälte wagen…

    Sprecher: David Nathan gehört zu meinen Top-Favoriten, wenn es um Sprecher geht. Ganz gleich ob es seine Synchronisation von Johnny Depp ist, er für ein Computerspiel einen Charakter übernimmt oder wie in diesem Falle ein Hörbuch einspricht. Der Mann kann mich allein mit seiner Stimme fesseln und in eine Geschichte hineinziehen.

    Vor kurzem habe ich einen schönen Satz bezüglich Lovecraft und Begriffe / Namen gehört: „Wenn du es aussprechen kannst, dann ist es kein Lovecraft Begriff.“ Wer den Mythos kennt und schon mal solche Wesen wie Yog-Sothtot, Shub-Niggurath, Nyarlathotep, usw. versucht hat, laut auszusprechen, der dürfte sich aus der Seele gesprochen fühlen. Mittlerweile glaube ich, daß ich sie einigermassen richtig betonen kann, bin mir aber nicht wirklich sicher. Und darum ziehe ich meinen Hut vor David Nathan, der die zungenbrecherischen Ausdrücke mit Bravour meistert und es dabei auch noch schafft, daß es nicht unfreiwillig komisch wirkt, sondern im Gegenteil sie sich gut in die Geschichte einfügen.

    Bei „Berge des Wahnsinns“ handelt es sich um eine Erzählung, in der eine Person seine Erlebnisse noch einmal Revue passieren läßt und dementsprechend gibt es keine wirkliche „Action“. Trotz dieses eher ruhigen Vortrags schafft es David Nathan das Interesse des Hörers am Ball zu halten. Ich bin froh, daß LPL Records bei fast allen Lovecraft Hörbüchern auf seine Stimme vertrauen. Aus meiner Sicht oder besser gesagt meinem Gehör, die beste Wahl.

    Fazit: „Berge des Wahnsinns“ sind ein Horror-Klassiker. Und wie bei den meisten Klassikern muß man sich auf etwas einlassen, was nicht mehr mit den gängigen Formen vergleichbar ist. Lovecrafts Erzählstil dürfte für Mythos-Neulinge mehr als nur gewöhnungsbedürftig sein und wer es gewohnt ist, daß das Monster nach 5 Minuten aus dem Schatten springt und möglichst blutrünstig den nächsten Teeni-Cheerleader verspeist, für den dürfte die Geschichte nicht wirklich spannend sein. Lovecraft läßt sich Zeit und selbst in den Höhepunkten, geschieht aus heutiger Horror-Sicht nicht wirklich schreckliches. Wer sich aber darauf einläßt und sich vergegenwärtigt, daß es sich bei den Protagonisten um normale Menschen handelt, dann erlebt man eine ganz andere Art von Horror.

    Es sind keine „Helden“, denen ein halb zerfleischter Zombie nur ein müdes Lächeln abringt, während sie die Kettensäge anschmeißen und einen trockenen Spruch vom Stapel lassen. Diese Leute sind wie du und ich. Sie haben vor ganz normalen Sachen Angst und plötzlich tritt etwas in ihr Leben, daß allem widerspricht, was für sie die Realität ausmacht. Trotzdem versuchen sie dagegen anzutreten, auch wenn das unausweichliche Ende auf sie wartet.

    Lovecraft breitet in „Berge des Wahnsinns“ eine eigene Weltgeschichte vor dem Leser / Hörer aus. Die Realität wie wir sie kennen ist nur eine Lüge, die wir uns gerne zurechtlegen, um unser Leben überhaupt ertragen zu können. Der Horror liegt in der realistischen Atmosphäre des Ganzen und dem Können, sich selbst in diese Situation einzufühlen.

    Einen kleinen Wermutstropfen gibt es für mich aber doch. Die Musikeinspieler waren in meinen Ohren störend und machten wenig Sinn. Sie haben die Stimmung für mich nicht bereichert, sondern im Gegenteil warfen sie mich an manchen Stellen aus der Geschichte. Ich hätte mir eher eine etwas dezentere, natürlichere Musik gewünscht, die auch mal unter die jeweilige Situation gelegt hätte werden können. Statt dessen wurde in den Pausen immer wieder die Musik eingespielt, die für mich zu künstlich und unpassend geklungen hat. Dank des sehr guten Sprechers und dem zum Glück seltenen Einspielern konnte das aber dem Hörgenuß immer nur kurz schaden und bereits wenige Moment nach verklingen der störenden Klänge, hatte mich David Nathan wieder an der Hand gepackt und mit auf die Berge des Wahnsinns gezogen.

    Für diejenigen, die Lovecrafts Geschichten bisher noch nicht kannten, ist „Berge des Wahnsinns“ eher ein schwieriger Einstieg. In einem der nächsten Reviews stelle ich Euch eine Sammlung von kürzeren Geschichten vor, die eher geeignet sind, um in dem „Mythos“ hineinzuschnubbern. Allen, die dem Grauen schon verfallen sind, kann ich „Berge des Wahnsinns“ wirklich sehr empfehlen.

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s auch bei Audible zum download:
    Berge des Wahnsinns

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  • Das zweite Gesicht (Prof. Sigmund Freud 1) – Heiko Martens

    Das zweite Gesicht (Prof. Sigmund Freud 1) – Heiko Martens

    Nach dem ich fast Geschichtslehrer geworden wäre, kann man mir zu Recht ein gewisses Interesse an geschichtlichen Themen zuschreiben. Wenn diese dann auch noch mit einem guten Schuß Psychologie gewürzt sind, dann bin ich ganz Ohr. So dürfte es nicht verwunderlich sein, daß ich bei dem Hörspiel um den berühmten Psychoanalytiker Sigmund Freud, gleich mal zugreifen mußte. Das die Rollen auch noch hochkarätig besetzt waren, war natürlich auch noch ein besonderer Bonus.

    Titel: Das zweite Gesicht (Prof. Sigmund Freud 1)
    Autor: Heiko Martens
    Sprecher: Hans Peter Hallwachs, Felicitas Woll, Andreas Fröhlich, u.a.
    Genre: Historischer Krimi
    Laufzeit: 01 Std. 09 Min. (ungekürzt)

    Verlag: STIL
    Erschienen: 2011

    Zur Story: Wir befinden uns in Wien der 1920er Jahre. Ein grausamer Mord an einer jungen Theaterschauspielerin wirft die Frage auf, ob dieser durch die Hand eines normalen Täters ausgeführt wurde oder ob übernatürliche Wesen ihre Finger im Spiel hatten.

    Der bekannte Psychoanalytiker Prof. Sigmund Freud behandelt gerade einen Patienten, den er in seinen späteren Aufzeichnungen mit dem Namen „Der Wolfsmann“ umschreiben wird. Dessen immer wiederkehrender Traum von weißen Wölfen, die im Baum vor seinem Fenster sitzen und ihn anstarren, verschaffte ihm dieses Pseudonym. Doch die Sitzung wird unerwartet unterbrochen. Ein Mann bittet darum Herrn Freud zu sprechen. Da es dringend scheint unterbricht er seine gerade laufende Sitzung und zitiert den Fremden herein.

    Karl Gruber, Gendarm der Wiener Polizei, bearbeitet derzeit einen grausigen Fall, der ihn stark mitnimmt. Da er schon seit zwei Tagen nicht mehr geschlafen hat, hofft er bei Prof. Freud Linderung zu finden, doch erhält er Hilfe in einer anderen Art als er zuvor gedacht hatte. Sigmund Freud zeigt sich sehr interessiert an dem Fall und schaltet sich mit Hilfe seiner jüngsten Tochter Anna in die Ermittlungen ein. Er selbst hat zu viele Verpflichtungen, als das er Karl Gruber begleiten könnte, doch bereits nach kurzer Diskussion hat er den Gendarm soweit, daß dieser Anna Freud zu den Befragungen mitnimmt und diese so Augen und Ohren des alten Professors sein kann.

    Und so beginnt die Jagd nach dem Verbrecher, der nicht von dieser Welt zu sein scheint.

    Sprecher: Wie Eingangs schon erwähnt, wurde bei den Sprechern nicht gegeizt und die Stimmen passen wunderbar zu den Charakteren. Ladies first möchte ich mit Felicitas Woll, einer der drei Hauptcharakteren, beginnen. Sie spricht Anna Freud, die jüngste Tochter von Sigmund Freud. Anna hat eine starke Persönlichkeit und kann mit ihrem Vater auch auf geistiger Ebene mithalten. Da sie sich für die Psychoanalyse interessiert, wird sie zur rechten Hand ihres Vaters. Mit Felicitas Woll wurde eine sehr gute Stimme für diesen Charakter gefunden. Ihre angenehm warm und wie es so schön um schrieben wird, etwas rauchige Stimme, gefällt mir sehr gut und läßt darauf hoffen, daß sie in späteren Fällen auch etwas längere Passagen bekommt.

    Als zweites kommt die Person, deren Namen sich auch im Titel des Hörspiels wieder findet: Sigmund Freud alias Hans Peter Hallwachs. Die meisten dürften ihn kennen, wenn schon nicht vom Namen her, so doch von seiner markanten Stimme und seinen Auftritten in Film und Fernsehen. Zwar trägt er im richtigen Leben keinen Vollbart wie seine Hörspielrolle, aber die rauhe, knarzige Stimme in Verbindung mit dem Coverbild, läßt Sigmund Freud sehr schnell wieder zu neuem Leben erwachen. Ein wundervoller Sprecher dem ich sehr gerne Lausche.

    Last but alles andere als least natürlich einen meiner „All Time Favorites“, Andreas Fröhlich. Ich mag seine Stimme einfach wahnsinnig gerne. In diesem Fall übernimmt er die Rolle des Gendarms Karl Gruber, der etwas unsicher ist. Es werden erste Andeutungen gemacht, daß er wohl im Krieg so manches Erlebt hat, daß ihn noch in aktueller Zeit verfolgt und ich bin gespannt, ob das noch weiter vertieft wird.

    Aber auch die hier nicht genannten Sprecher haben mir sehr gut gefallen und tragen zum positiven Gesamteindruck bei. Allein die Stimmen in Sigmund Freuds Kopf haben eine sehr dichte Stimmung erzeugt und den Charakter des Psychoanalytikers weiter vertieft in dem sie seine Gedankenwelt vor dem Hörer ausbreiten. Ich hoffe, daß auch die nächsten Hörspiele auf diesem Sprecher-Niveau bleiben.

    Fazit: Ich bin ein Freund von Gimmicks, also kleinen Dreingaben, die man nicht unbedingt braucht um das eigentliche Produkt zu genießen, die es aber erweitern. Ich war bei den Van Dusen Hörspielen hoch erfreut, als am Ende noch zwei der Hauptakteure hinter den Hörspielen zu Wort kamen und ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert haben.

    Im Fall von „Prof. Sigmund Freud – Das zweite Gesicht“ ist es zum einen das Booklett, daß einen kleinen Abriß über die berühmte Theorie des Professors über das Es, Ich und Über-Ich liefert, ein wenig über die familiäre Situation im Hause Freud aufzeigt und zu guter Letzt auch noch was zum „Wolfsmann“ erklärt. Das sind zwar insgesamt nur drei Seiten, aber trotzdem hat es das Hörspiel für mich um ein gutes Stück dichter gemacht und mir die Möglichkeit gegeben, noch weiter einzutauchen. In wie weit man auf diese Infos bei einem Download verzichten muß, weiß ich jetzt leider nicht.

    Doch es gab noch ein zweites Gimmick. Am Ende des Hörspiels wartet noch ein 9 minütiger wissenschaftlichen Kommentar von Dr. Salwa Meier über den psychologischen Hintergrund des Falles. Zwar ist der Kommentar leider etwas gewöhnungsbedürftig vorgetragen, aber wer sich für das Thema interessiert, der bekommt einige Fakten aus der Praxis präsentiert.

    Aber natürlich sind die Gimmicks nicht Ausschlag gebend, ob mir ein Hörspiel gefällt oder nicht. Das Hauptwerk gibt natürlich den größten Ausschlag und da hat mich die erste Folge wirklich beeindruckt. Die Sprecher sind alle sehr gut, die Atmosphäre ist dicht und der Fall interessant. Sigmund Freud wird nicht einfach als Aufhänger verwendet, sondern beim Fall wurde wirklich mit psychologischen Hintergründen gearbeitet, welche dann eben im Kommentar am Ende nochmal aufgedruselt und erklärt werden. Und auch die dezente musikalische Untermalung und die Geräuschkulisse wurden gut in Szene gesetzt und machen das Gesamtwerk rund.

    Ich werde mir auf alle Fälle noch die nächsten beiden Folgen, die derzeit erhältlich sind, holen. Ich hoffe, daß diese Serie entweder bei einzelnen, in sich abgeschlossen Episoden bleibt oder wenn es mal einen roten Faden geben sollte, dieser bis zum Ende weiter gesponnen werden kann. Eine andere Serie aus dem Hause STIL, der Edgar Allan Poe Hörspielreihe, die ich sehr gerne gehört habe wurde mitten in der Reihe leider der Stecker gezogen und nun sitzt man als Fan auf dem Trockenen und weiß nicht, wie es denn eigentlich ausgegangen wäre.

    Egal wie sie die zukünftigen Geschichten aufbauen, ich wünsche dieser Serie ein langes Leben und noch viele spannende Fälle.

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s auch bei Audible zum download:
    Das zweite Gesicht (Prof. Sigmund Freud 1)

    Oder bei Hördeutsch.de als CD:
    Das zweite Gesicht (Prof. Sigmund Freud 1)

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  • Das Graveyard-Buch – Neil Gaiman

    Das Graveyard-Buch – Neil Gaiman

    Neil Gaiman trifft mit seinen Geschichten, ganz gleich ob Comic, Roman oder Film, immer genau meinen Geschmack. Sein Hang zum Mysteriösem und Unheimlichen paßt einfach genau in mein Beuteschema. Als ich über das Hörbuch zu seinem Roman „Das Graveyard-Buch“ gestolpert bin, wurde ich schon mal neugierig. Und nach dem ich gelesen hab, wer das Werk eingesprochen hat, da mußte ich einfach zugreifen.

    Jens Wawrczecks Nachnamen kann ich zwar nicht aussprechen, ohne mir einen Knoten in die Zunge zu machen, aber mit seiner Stimme bin ich groß geworden und hör sie heute noch gerne. Für alle jene, denen der Name nichts sagt: Das ist der Sprecher von Peter, einem der drei ??? Fragezeichen.

    Titel: Das Graveyard-Buch
    Autor: Neil Gaiman
    Sprecher: Jens Wawrczeck
    Genre: Mystery / Jugendbuch
    Lauzeit: 05 Std. 27 Min. (gekürzt)

    Verlag: Der Hörverlag
    Erschienen: 2010

    Preis: € 13,95 (Flexi-Abo: € 9,95)

    Zur Story: Ein grausames Verbrechen löschte fast eine gesamte Familie aus. Fast. Obwohl der Mann namens Jack ein Profi war, wollte es der Zufall, daß das jüngste Kind sich seinem Zugriff und seinem scharfen Messer entzog. Der kleine Junge, der erst seit kurzem Laufen konnte, stolperte, während der Mörder seine Bluttat ausführte, auf seinen kleinen Beinchen hinaus in die Welt gradewegs auf den Nahe gelegenen Friedhof und dort in die Arme einer Frau, die schon seit einigen Generationen nicht mehr unter den Lebenden weilte.

    Doch während Mrs. Owens den Kleinen in ihren Armen wiegte, kam bereits der Mann namens Jack auf das Friedhofsgelände und wollte seine blutige Tat zu Ende bringen. Jedoch trat dem Mörder der geheimnisvolle Silas, der ebenfalls auf dem Friedhof wohnte, in den Weg und verdrehte seine Gedanken, so daß dieser den Jungen wo anders vermutete und dem Friedhof den Rücken kehrte.

    Fortan lebte der Junge, der nun Nobody Owens hieß, als Ehrenbürger auf dem Friedhof unter den Toten. Doch das dies kein normales Leben sein würde, dürfte wohl jedem klar sein. Nobody oder kurz Bod, lernte durch Wände zu gehen, sich unsichtbar zu machen und noch einiges mehr, was ihm später von großem Nutzen sein sollte. Denn so manches Abenteuer wartete auf Bod, nicht nur auf dem Friedhof.

    Und als der Mann namens Jack wieder in sein Leben trat, gab es kein Zurück mehr…

    Sprecher: Ich hatte es eingangs schon erwähnt, daß Jens Wawrczeck zu meinen Kindertagshelden gehört. Mit den drei Fragezeichen und damit mit seiner Stimme, die er bis heute Peter leiht, bin ich groß geworden und höre sie auch heute noch gerne.

    Das war aber auch ein Punkt, der es mir am Anfang etwas schwer gemacht hat, mich in das Hörbuch einzufinden. Zu stark hatte ich seine Stimme noch mit der des drei ??? Fragezeichen Detektivs verbunden. Doch das selbe Problem hatte ich Anfangs auch mit Andreas Fröhlich und Oliver Rohrbeck, den beiden „Kollegen“ von Peter. Diese Beiden hab ich aber mittlerweile oft genug in anderen Rollen gehört und kann schnell im Kopf umschalten. Jens Wawrczeck hatte ich bisher aber noch in keiner anderen Rolle gehört. Sowohl die Geschichte, als auch die sprachliche Leistung von Jens Wawrczeck machten lösten dieses Problem aber sehr schnell in Wohlgefallen auf und bereits nach wenigen Minuten war Peter vergessen und ich ich ganz in der Geschichte um Bod.

    Die jung gebliebene Stimme von Jens Wawrczeck paßt sehr gut zur Geschichte und mit gekonnten Variationen gibt er jedem Charakter einen eigenen Ausdruck und haucht ihnen Leben ein. Jens Wawrczeck hat mir mit diesem Hörbuch gezeigt, daß er nicht nur der sportliche, etwas ängstliche zweite Detektiv sein kann, sondern noch viel mehr. Ich bin schon auf weitere Hörbücher aus seinem Munde gespannt.

    Fazit: Das Graveyard-Buch ist in seinem Aufbau mehr eine Sammlung an Kurzgeschichten, die mit einem roten Faden mit einander verknüpft sind. Es werden einzelne Episoden aus Bods Kindheit erzählt, zwischen denen immer mindestens ein Jahr liegen.

    Bod wird ziemlich schnell groß und vor allem durch den sehr interessanten und vielfältigen Hintergrund wünscht man sich, noch ein bisschen mehr zu erfahren. Vieles wird nur kurz angerissen oder angedeutet, wo man gerne noch etwas tiefer eingestiegen wäre. In wie weit das der gekürzten Fassung zuzuschreiben ist und im Roman das Ganze etwas breiter erklärt wird, weiß ich leider nicht. Vielleicht sollte ich mir das Buch mal besorgen.

    Aber auch so ist „Das Graveyard-Buch“ ein sehr interessantes und spannendes Jugendbuch und ist allen Neil Gaiman Fans, die Coraline mochten, zu empfehlen.

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s auch bei Audible zum download:
    Das Graveyard-Buch

    Oder bei Hördeutsch.de als CD:
    Das Graveyard-Buch

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  • 16 Uhr 50 ab Paddington – Agatha Christie

    16 Uhr 50 ab Paddington – Agatha Christie

    Heute möchte ich mich einem Klassiker widmen, den jeder wenigstens dem Namen nach kenn dürfte. Ich bin mit der Verfilmung aus dem Jahr 1961 von George Pollock groß geworden und Margaret Rutherford war für mich sehr lange Zeit DIE Miss Marple. Ich muß dazu sagen, daß ich damals die Agatha Christie Krimis eben nur aus diesen vier Filmen her kannte. Erst einige Jahre später hab ich dann auch die eigentliche Romane gelesen oder gehört und da war ich dann schon etwas verwundert, daß es da ganz anders zu geht und allen voran Miss Marple komplett anders dargestellt wird. Aus der kleinen rundlichen Dame, die mitten in der Action steht und stets voran prescht wurde eine zierliche, etwas kränkliche alte Jungfer, die im Hintergrund agiert und strickt, während andere Leute in der Mitte des Geschehens stehen und sie aus den Berichten und Erzählungen ihre Schlüsse zieht. Das war für mich ein sehr interessantes Erlebnis, vor allem jetzt nach erneutem Hören der Geschichte, da in den letzten Jahren bei fast jeder Verfilmung eines Buches das Gejammer groß war, es würde doch nicht dem Original entsprechen. In diesem Fall weicht der Film in ziemlich vielen Punkten ab (von den anderen drei Verfilmungen gar nicht zu reden, jedenfalls jetzt noch nicht) und trotzdem liebe ich sowohl den Film als auch die Vorlage beide auf ihre Art heiß und innig. Liegt es daran, daß ich erst den Film gesehen habe? Oder hab ich einfach das Glück, Beides als getrennte Werke zu sehen und somit beides getrennt von einander zu Lieben ohne schablonenhaft Vergleiche ziehen zu müssen? Wer weiß, aber zu den Filmen gibt es auf alle Fälle noch mindestens einen Blockeintrag, dazu muß ich sie mir aber nochmal anschauen. Jetzt aber zum Hörbuch.

    Titel: 16 Uhr 50 ab Paddington
    Autor: Agatha Christie
    Sprecher: Beate Himmelstoß
    Genre: Krimi
    Lauzeit: 02 Std. 48 Min. (gekürzt)

    Verlag: Der Hörverlag
    Erschienen: 2003

    Preis: € 6,95

    Zur Story: Mrs Elspeth McGillicuddy, eine ältere Dame, saß gerade im Zug und war auf dem Weg zu ihrer guten Freundin Miss Jane Marple. Die Zugfahrt war ruhig und so blickte sie gedankenverloren aus dem Fenster, als ein weiterer Zug am Nebengleis für kurze Zeit auf gleicher Höhe neben ihrem herfuhr. An sich wäre daran nichts besonderes, doch plötzlich schnellte in einem Abteil des anderen Zuges ein heruntergezogenes Rollo hoch und entsetzt mußte Mrs McGillicuddy beobachten, wie ein Mann eine Frau grausam erwürgte. Bevor sie etwas tun konnte, entfernte sich der Zug aus ihrem Blickfeld und so blieb ihr nichts anderes übrig, als dem Schaffner von ihrer Sichtung zu berichten.

    Bei ihrer Freundin angekommen berichtete sie Miss Marple sofort von ihrem Erlebnis und gemeinsam warteten sie auf den nächsten Morgen und die nächste Zeitung, denn schließlich würde darin bestimmt vom Leichenfund berichtet werden. Jedoch wurden sie enttäuscht. Die alamierte Polizei hatte den fraglichen Zug durchsucht, doch von der Leiche war nichts zu finden. Selbst nach dem die gesamte Bahnstrecke, nach dem Verdacht der Mörder hätte sein Opfer aus dem Fenster werfen können, abgesucht worden war, fand sich keine Spur von der Ermordeten. Hatte sich die alte Dame das alles nur eingebildet? Doch Miss Marple glaubte ihrer Freundin und begann zu recherchieren.

    Nach dem Miss Marple höchstselbst mit dem Zug gefahren war, in dem der Mord geschehen sein soll, hatte sie einen Verdacht, wo sich der Mörder seines Opfers entledigt haben könnte und wo er die Leiche hingebracht haben könnte: Auf dem großen Grundstück von Rutherford Hall, daß nahe an der Bahnstrecke liegt.

    Doch ist sie selbst nicht in der Lage, weitere Nachforschungen anzustellen und so bittet sie Miss Lucy Eylesbarrow um Hilfe. Diese arbeitet als hochangesehene Haushälterin und so ist es für sie nicht weiter schwierig eine Stelle in dem Haus zu bekommen. Und so beginnen die Nachforschungen.

    Erste Indizien und schließlich auch die Leiche sind schnell gefunden. Doch die verbleibenden Fragen (Wer ist die Tote, wer ist der Mörder und warum Rutherford Hall?) sind nicht so leicht zu entwirren. Als es dann auch noch zu weiteren Todesfällen kommt, kann nur noch der schlaue Kopf von Miss Marple die Fäden entwirren, die der Mörder derart geschickt gesponnen hat…

    Sprecherin: Beate Himmelstoß ist schon seit eingigen Jahren als Sprecherin tätig und hatte davor auch schon eine private Schauspielausbildung. Beides merkt man sehr deutlich, den sie versteht es sehr gut den einzelnen Charakteren Leben einzuhauchen, ohne abzugleiten. Bei einigen Sprecherinnen habe oft das Problem, daß männliche Rollen ungewollt komisch klingen. Das selbe kommt auch immer wieder bei Männern vor, die Frauen sprechen, jedoch fällt es mir wahrscheinlich, weil ich selber ein Mann bin, bei weiblichen Sprechern öfter auf. Sollte dem so sein, entschuldige ich mich in aller Form für meine einseitige Kritik.

    Worauf ich aber hinaus möchte ist, daß Beate Himmelstoß die männlichen Charaktere souverän spricht. Sie bleibt bei ihrer angenehm weichen Stimme und senkt sie nur ein wenig ab. Das klingt natürlich und es erscheint schnell das Bild des jeweiligen Charakters im Kopf. Der Vollständigkeitshalber möchte ich natürlich noch erwähnen, daß natürlich auch die weiblichen Charaktere hervorragend von ihr gespielt werden. Es freut mich sehr, daß sie schon in zwei anderen Agatha Christie Hörbüchern mitgesprochen hat und ich hoffe, daß es noch mehr werden.

    Fazit: 16 Uhr 50 ab Paddington ist nicht umsonst ein Klassiker. Die Geschichte ist spannend und man rätselt bis zum Schluß mit, wer der Mörder sein könnte. Für die wenigen Krimifans, die diese Geschichte noch nicht kennen, empfehle ich dringendst es Nachzuholen. Es lohnt sich wirklich. Entweder das Original in gekürzter Fassung wundervoll vorgetragen von Beate Himmelstoß, natürlich auch den Roman oder die etwas abweichende Filmversion mit einer wunderbaren Margaret Rutherford.

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s auch bei Audible zum download:
    16 Uhr 50 ab Paddington

    Oder bei Hördeutsch.de als CD:
    Agatha Christie – 16 Uhr 50 ab Paddington

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  • Die Reinheit des Todes – Vincent Kliesch

    Die Reinheit des Todes – Vincent Kliesch

    Hauptsächlich drehen sich bei mir Scheiben auf dem (virtuellen) Plattenteller, die mit mindestens einem Augenzwinkern aufwarten können. Das Leben ist ernst genug, weshalb ich gerne schmunzle oder lache, wenn ich es mir schon aussuchen kann. Aber gelegentlich genehmige ich mir dann doch auch gerne mal einen Thriller, so wie in diesem Fall mit „Die Reinheit des Todes“. Aufmerksam darauf geworden bin ich über die Buchbesprechung von Sven Matthias (zu finden HIER auf Youtube). Als dann Audible eine ungekürzte Lesung davon online gestellt hat, hab ich einfach mal ein Ohr riskiert.

    Titel: Die Reinheit des Todes
    Autor: Vincent Kliesch
    Sprecher: Uve Teschner
    Genre: Thriller
    Laufzeit: 08 Std. 30 Min. (ungekürzt)

    Verlag: Audible GmbH
    Erschienen: 2011

    Preis: € 9,95 (Flexi-Abo: € 9,95)

    Zur Story: Julius Kern, seines Zeichens Hauptkommissar des LKA Brandenburg, wurde von seinem alten Kollegen wieder zurück nach Berlin geholt. Ein Serienkiller treibt sein Unwesen in der Hauptstadt und Kern ist für seine ungewohnten, aber erfolgreichen Methoden bekannt. Ein verlorener Fall hatte dem Hauptkommissar vor einigen Jahren jedoch einen herben Schlag versetzt, woran nicht nur seine Familie zerbrach. Noch immer Quälen ihn Träume von dem Mörder Tassilo Michaelis, der wegen fehlender Beweise freigesprochen wurde und es ist alles andere als Hilfreich, daß eben dieser bald ein Buch über die damaligen Vorfälle veröffentlichen will.

    Doch trotz der psychischen Probleme scheint Julius der Richtige zu sein dem so genannten Putzteufel auf die Spur zu kommen. Dieser macht seinem Namen alle Ehre. Alle drei Opfer wurden in ihrer Wohnung aufgebahrt vorgefunden, sauber gewaschen, gekämmt und angekleidet. Doch nicht nur die Opfer waren penibelst gereinigt, auch die jeweilige Wohnungen waren bis aufs letzte Staubkorn von Schmutz und Staub befreit. Das diese Vorgehensweise die Spurensuche enorm erschwert ist wohl jedem klar, aber auch ansonsten scheint der Mörder besonders vorsichtig vorzugehen.

    Und so versucht sich der Hauptkommissar in den Kopf des Serienkillers zu schleichen, während die Vergangenheit ihn einholt und zu verschlingen droht.

    Sprecher: Uve Teschner hatte ich vor „Die Reinheit des Todes“ nicht gekannt. Oder jedenfalls nicht bewußt wahrgenommen, da er doch schon einiges eingesprochen hat und ich so gegebenenfalls schon unbewußt in den Genuß seiner Stimme gekommen bin. Mittlerweile füllt sich diese Lücke aber zum Glück. Mir hat seine Stimme nämlich sehr gut gefallen. Er hat eine sehr angenehme und ruhige Art zu sprechen. Er arbeitet mit sehr leichten Nuancen um verschiedene Charaktere darzustellen. Da immer klar ist, wer gerade in der Szene vertreten ist, lassen sich dadurch die verschiedenen Personen gut unterscheiden, auch ohne das jede davon einen eigenen Sprachduktus besitzt.

    Ich habe das Hörbuch fast am Stück durchgelauscht, was für mich immer ein guter Test ist, ob ich einen Sprecher „vertrage“ oder nicht. Bei manchen Stimmen brauche ich nach einer bestimmten Zeit eine Pause, anderen kann ich Stundenlang zuhören. Zu Letzteren kann ich nun auch Uve Teschner zählen. Da das natürlich sehr subjektiv ist, empfehle ich einfach mal in die Hörprobe reinzulauschen.

    Fazit: Zu Beginn wartete „Die Reinheit des Todes“ mit dem typischen angeknacksten Helden auf, den man auch schon aus einigen anderen Thrillern kennt. Ich bin jetzt kein großer Thriller-Kenner, aber mir fallen auf Anhieb drei weitere Charaktere ein, die eine ähnliche Hintergrundgeschichte haben: Ein genialer Profiler, der vor einigen Jahren einen Fall nicht lösen konnte und deshalb noch immer an sich selbst zweifelt. Daraus resultierend ging sein bisher so schönes Leben in die Binsen und seine Familie zerbrach daran, was das schon angeknackste Ego noch weiter zermürbt.

    Dieses anfängliche Schema wird dann aber zum Glück etwas durchbrochen und vor allem der alte Fall tritt aus dem Schattendaseins eines 08/15 Charakter-Hintergrunds und nimmt einen nicht unwesentlichen Teil der Geschichte ein.

    Auch die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Vor allem die Bösewichte, welche bei einem Thriller ja die eigentlichen Hauptpersonen darstellen, sind interessant gezeichnet und haben ihren eigenen Hintergrund. Ich freue mich immer, wenn die „Bösen“ gut ausgearbeitet sind und tatsächlich einen Grund haben, warum sie das tun, was sie eben tun. Bösewichte, die Böses tun, weil sie einfach böse sind, sind einfach langweilig. Das ist bei „Die Reinheit des Todes“ zum Glück nicht der Fall und so verfolgt man interessiert die Taten des Putzteufels und entdeckt immer mehr von der Vergangenheit dieser Person.

    Das Ende fand ich gewagt, aber auch sehr interessant. Ich hatte sehr stark das Gefühl, daß sich Vincent Kliesch in manchen Bereichen die Hannibal Lecter Reihe zum Vorbild genommen hat. Nicht das er hier kopiert oder abgeschrieben hätte, aber an einigen Stellen hatte ich das selbe Gefühl wie bei meiner Lieblingsthriller-Reihe, was mir sehr gut gefallen hat.

    „Die Reinheit des Todes“ ist ein sehr interessanter Thriller, der in sich abgeschlossen ist, aber Potential für weitere Fälle mit dem Hauptkommissar Julius Kern bietet. Am Besten wieder mit Uve Teschner als Sprecher.

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s auch bei Audible zum download:
    Die Reinheit des Todes

    Hörprobe und weitere Infos findet Ihr HIER auf der Audible-Seite!

  • Das Vermächtnis des Will Wolfkin – Steven Knight

    Diese Rezension gibt es auch als Podcastfolge HIER zu hören.

    Gleich vorweg möchte ich mich bei Hördeutsch.de bedanken, die mir dieses Rezensionsexemplar geschickt haben. Das Hörbuch erscheint erst am 18.02.2011, ich durfte mich aber schon mal vorweg durch die 4 CDs lauschen, was mich sehr gefreut hat.

    Titel: Das Vermächtnis des Will Wolfkin
    Autor: Steven Knight
    Sprecher: Simon Jäger
    Genre: Fantasy / Jugendbuch
    Lauzeit: 05 Std. 12 Min. (gekürzt)

    Verlag: LÜBBE Audio
    Erschienen: 2011

    Preis: € 16,99

    Zur Story: Bisher waren die Abenteuer, die Toby Walsgrove in seinen 14 Jahren erlebt hatte, lediglich aus seinen Träumen und seiner Phantasie geboren, denn er ist seit seiner Geburt gelähmt und kann lediglich seine Augen bewegen. Seine Eltern hatte er nie kennen gelernt und so wuchs er im Londoner Karmelitenkonvent bei den Nonnen auf, was die großen Erlebnisse auf Geschichten und Spaziergänge beschränkte. Lediglich ein Kater, der sich immer wieder in sein Zimmer schlich, brachte etwas Abwechslung in sein Leben.

    Doch eines Abends sollte sich sein gesamtes Leben verändern. Ein unbekannter Junge weckt Toby in dieser Nacht und fordert ihn auf, aufzustehen. Was erst wie ein schlechter Scherz klingt, erweist sich als weit aus leichter als gedacht und schließlich steht der bis dahin gelähmte Junge auf seinen eigenen Beinen und folgt seinem Besucher bis nach Island und dort in die Welt der Fel. Das uralte Feenvolk ist in sich gespalten. Vor fast 100 Jahren starb der alte König Will Wolfkin und seit einiger Zeit hat der Neffe des Königs die Macht an sich gerissen und herrscht nun mit strenger Hand. Doch Einige wollen sich dieser Unterdrückung nicht beugen und ihre Hoffnung liegt auf den Schultern von Toby und Ellie, einem sudanesischen Mädchen das wie er hergebracht wurde. Denn sie Beide sind die letzten Nachfahren des berühmten Fel-Königs Will Wolfkin.

    Von da an beginnt ein Wettlauf mit der Zeit und gegen die Königstreuen, denn der Herrscher will sich seine Macht nicht streitig machen lassen. Um ihre Aufgabe erfüllen zu können, müssen die Kinder ihr Erbe in sich erwecken und die Magie der Fel meistern…

    Sprecher: Was soll ich zu Simon Jäger schreiben. Ich mag diesen Sprecher einfach sehr gern und auch hier liefert er eine hervorragende Arbeit ab. Die Charaktere erwachen bereits nach wenigen Sätzen zum Leben und er schafft es, die jeweilige Stimmung sehr gut mit seiner Stimme zu transportieren. Es ist immer wieder eine Freude ihm zuzuhören.

    Fazit: „Das Vermächtnis des Will Wolfkin“ ist grundsätzlich mal ein typisches Jugendbuch. Die Fantasystory ist solide und weiß zu gefallen, hat aber kaum große Wendepunkte oder Überraschungen zu bieten. Was die Geschichte aber doch wieder für mich heraus hebt ist der Charakter der Ellie und der Part in dem man ihre Heimat kennen lernt. Auch hier wird nicht wirklich Tief auf das Thema eingegangen, doch hätte alles darüber hinausgehende den Rahmen gesprengt. Die Zustände in Afrika werden nur angerissen, doch geschieht das durch die hautnahen Erlebnisse der Hauptcharaktere und sind deswegen umso intensiver.

    Wer Jugendbücher mag dem wird das Vermächtnis gefallen. Schon allein mit Simon Jäger als Sprecher kann man kaum etwas falsch machen. Wer jedoch vielschichtigere Geschichten verlangt, dem könnte das Abenteuer um Toby und Ellie etwas zu glatt sein. Die Grenzen sind klar gezogen und man weiß von Anfang an, wer die Guten und wer die Bösen sind. Wem aber klar ist, was er vor sich hat, wird nicht enttäuscht werden. Mir hat es Spaß gemacht, mit Toby und Elli die Fel und ihre Welt zu erkunden.

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Hörprobe und weitere Infos findet Ihr HIER auf der Hördeutsch.de Seite!

    Die Rezensionen werden auch als Podcast mit offizieller Hörprobe veröffentlicht.
    Zufinden unter: http://papa-rabe.de/podcast/sprach_der_rabe-podcast.rss
    Oder bei ITunes: http://itunes.apple.com/de/podcast/sprach-der-rabe…-rezensionen/id453820845

  • Der Mord an Roger Ackroyd – Agatha Christie

    Der Mord an Roger Ackroyd – Agatha Christie

    Ich horch mich mal wieder durch meine Agatha Christie Sammlung und dieses mal lag ein ganz besonderer Fall auf dem Plattenteller: „Der Mord an Roger Ackroyd“. Eben jener Fall der den Durchbruch für die First Lady of Crime anno 1926 bedeutete. Vorher hatte sie schon 5 Geschichten geschrieben (2 davon bereits mit Hercule Poirot), doch mit „The Murder of Roger Ackroyd“ hatte sie die damalige Krimigemeinde kalt erwischt. Der Twist am Ende der Geschichte war zu damaligen Zeit mehr als ungewöhnlich und auch heute noch hebt er die Geschichte sehr deutlich von anderen ab, auch wenn dieses Element mittlerweile natürlich nichts mehr neues ist. Ich hoffe, ich habe mich wage genug ausgedrückt um hier niemandem den Hörspaß zu verderben. Aber ich kann mit Fug und Recht behaupten, auch wenn man die Lösung kennt, es macht danach genauso viel Spaß noch einmal die Geschichte zu verfolgen. =)

    Titel: Der Mord an Roger Ackroyd
    Autor: Agatha Christie
    Sprecher: Lambert Hamel
    Genre: Krimi
    Lauzeit: 03 Std. 17 Min. (gekürzt)

    Verlag: Der Hörverlag
    Erschienen: 2003

    Preis: € 6,95

    Zur Story: Hercule Poirot hat sich unter dem falschem Namen „Mr. Porrot“ im gemütlichen Städtchen King’s Abbot zur Ruhe gesetzt und hofft nun, beim Züchten von Markkürbissen, etwas entspannen zu können. Doch zum Glück für Poirot (aber natürlich zum Pech des Toten) geschieht ein Mord im nahen Fernly Park Anwesen. Der Doktor des Städtchens, Mr. Sheppard, hatte noch kurz vor dem Mord mit dem Opfer ein beunruhigendes Gespräch. Roger Ackroyd, wie der Name des Hörbuchs vermuten läßt das baldige Opfer, bekam im Beisein des Arztes einen Brief zugestellt, in dem er den Namen eines Erpressers erfahren sollte. Ein ungutes Gefühl beschlich Dr. Sheppard und er bat Mr. Ackroyd, er möge ihm den Namen verraten, doch der alte Mann lehte ab. Er wolle den Brief erst alleine lesen, doch bereits wenig später ist er tot.

    Hercule Poirot wird schon bald mit dem Fall betraut und er verspricht allen Versammelten, daß er den Fall lösen und alle Geheimnisse aufdecken werde. Und davon gibt es nicht wenige, den niemand ist wirklich Ehrlich, wenn es um die Zeit um den Mord geht. Doch was haben all diese Personen zu verbergen?

    Und so macht sich der kleine Belgier dieses mal ohne seinen alten Freund Hastings auf, den Fall zu lösen. Doch was währe Hercule Poirot ohne einen Adlatus, dem er seine Genialität beweisen könnte und so springt Dr. Sheppard nur allzu gerne ein, um diese Lücke zu schließen und uns durch seine Aufzeichnungen an der Verbrecherjagd teilhaben zu lassen.

    Sprecher: Lambert Hamel hat eine sehr angenehme Stimme und schafft es durch kleine Nuancen den verschiedenen Charakteren Leben einzuhauchen. Vor allem der Hauptakteur (Dr. Sheppard), den er darstellt und der uns durch seinen Bericht die ganzen Ereignisse schildert, bekommt sehr schnell ein Gesicht und man kann regelrecht mitverfolgen, wie er den kleinen dicken Belgier erst belächelt und dann immer mehr von ihm beeindruckt ist.

    Was mich kurzfristig erschreckt hatte war, daß Poirot am Anfang „Porrot“ genannt wurde. Im Hörbuch wird nicht darauf eingegangen, daß Poirot unter falschem Namen das Häuschen bezogen hat und ich hatte auch das kleine Booklet nicht gelesen. Darum hatte ich die Befürchtung, das ganze Hörbuch über diese falsche Aussprache mir antun zu müssen. Doch das „Mißverständnis“ wird sehr bald aufgeklärt und fort an wird er wieder korrekt ausgesprochen.

    Fazit: Der Mord an Roger Ackroyd ist eine der besten Geschichten von Agatha Christie. Für mich kommt sie zwar nicht an die „wahren“ Klassiker wie „Mord im Orientexpress“ oder „16.50 Uhr ab Paddington“ oder gar meinen absoluten Favoriten „Und dann gab’s keines mehr“ heran, aber ist nahe dran. Das Problem hier ist, das ich nichts verraten möchte, aber eben der Twist am Ende hat mich auch dieses mal wieder gefesselt.

    In den damaligen Kritiken war zu lesen, daß mancheinem die Nebenhandlungen zuviel waren. Für mich persönlich machen eben diese Nebenhandlungen einen guten Teil des Spaßes aus, den ich mit Agatha Christies Romanen habe. In dem nicht geradlinig nur dem Hauptplot gefolgt wird, sondern viele der Anwesenden ihre eigenen kleinen Geheimnisse haben, wird das ganze Lebendig. Und wenn dann ein kleiner überaus neugieriger Belgier ankommt, der einfach jedes noch so kleine Geheimnis gelüftet haben möchte, dann wird in jeder Ecke gebohrt, bis auch der Letzte seinen Teil zugegeben hat und Hercule Poirot mit stolzgeschwelter Brust seinen Monolog halten kann.

    Dr. Sheppards Schwester war übrigens laut eigener Aussage von Agatha Christie eine Vorstufe zu Miss Marple. Und wer diesen Charakter kennt, wird die Parallelen gut erkennen können. Ich glaub, als nächstes werde ich mir mal wieder einen ihrer Fälle anhören. Ich finde es eh klasse, daß sie am Anfang der Hörbücher die Titel-Melodie der Miss Marple Filme spielen. Das versetzt mich immer gleich in die richtige Stimmung.

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s auch bei Audible zum download:
    Der Mord an Roger Ackroyd

    Oder bei Hördeutsch.de als CD:
    Agatha Christie – Der Mord an Roger Ackroyd

    Hörprobe und weitere Infos findet Ihr HIER auf der Audible-Seite!

  • Rächende Geister – Agatha Christie

    Rächende Geister – Agatha Christie

    Diese Rezension gibt es auch als Podcastfolge HIER zu hören.

    Dieses Hörbuch hab ich schon seit einiger Zeit in meinem CD-Schrank stehen, mein Interesse daran war aber irgendwie nie groß genug um es wirklich anzuhören. Gekauft hatte ich es hauptsächlich, weil es in der Agatha Christie 3er-CD-Box Reihe vom Hörverlag raus gekommen ist und ich ein kleiner Sammelfreak bin.

    Warum aber hat sich das Hörbuch bei mir dagegen gesträubt in den CD-Player zu wandern, obwohl ich ein großer Agatha Christie Fan bin? Nun es lag wahrscheinlich daran, daß es nicht in der typischen Epoche von den üblich gewohnten Romanen spielt, ganz zu schweigen davon, daß weder Hercule Poirot noch Miss Marpel ihre Spürnase in den Wind strecken. Statt dessen entführt Agatha Christe uns dieses mal ins alte Ägypten, was mich persönlich nicht so stark gereizt hat.

    Nun habe ich mich aber dann doch „überwunden“ und siehe da, es hat sich gelohnt.

    Titel: Rächende Geister
    Autor: Agatha Christie
    Sprecher: Susanne Schröder
    Genre: Krimi
    Laufzeit: 03 Std. 42 Min. (gekürzt)

    Verlag: Der Hörverlag
    Erschienen: 2008

    Preis: € 6,95

    Zur Story: Renisenb, Tochter des Totenpriesters Imhotep kehrt mit ihrer Tochter wieder in die väterliche Heim zurück. Ihr Mann ist viel zu früh gestorben und so sucht sie Geborgenheit bei ihrer Familie. Sie ist froh, daß aus ihrer Sicht alles beim Alten ist und niemand sich wirklich verändert hat. Sowohl ihre Brüder als auch deren Familien sind so, wie sie in ihrer Erinnerung waren. Doch bereits jetzt meldet Hori, der Verwalter ihres Vaters, Zweifel an, welche Renisenb jedoch nicht versteht.

    Dann jedoch kehrt ihr Vater von einer Reise zurück und bringt seine Geliebte Nofret mit sich in sein Heim, wo sie fort an Leben soll. Nofret ist jung und wunderschön, jedoch geht sie von Anfang an mit allen anderen Mitbewohnern auf Konfrontationskurs.

    Die Lage spitzt sich zu, als Imhotep erneut verreisen muß und Nofret alleine zurück bleibt. Schließlich kommt es wie es kommen muß und es kommt zum Eklat. Nofrets Pläne scheinen endgültig in Erfüllung gegangen zu sein, jedoch kann sie ihren Triumph nicht sehr lange auskosten. Wenig später findet man ihren Leichnam zerschmettert am Fuße eines Hügels. War es ein Unfall oder hat sich jemand der gefährlichen Geliebten von Imhotep entledigt? Letzteres scheint nicht ausgeschlossen, hatte doch jeder ein Motiv und so manch einer äußerte Bemerkungen im Zorn die mit dem Schicksal Nofrets zusammenhängen könnten.

    Sprecher: Susanne Schröder hat bei diesem Hörbuch keine einfache Aufgabe, denn über ein Dutzend Personen stehen abwechselnd immer wieder im Rampenlicht. Bis auf ein paar kleine Stellen, wo die Stimmen sich etwas sehr ähneln liefert die Sprecherin eine hervorragenden Arbeit ab. Lediglich Imhotep klingt für meinen Geschmack etwas zu gezwungen „männlich“, was aber nicht weiter ins Gewicht fällt, ist er einer der eher selten auftritt. Ansonsten schafft es Susanne Schröder sehr gut, den Hörer ins Geschehen einzubinden und mitzunehmen auf eine Reise an den Nil.

    Fazit: Meine Abneigung gegenüber der Geschichte war komplett unbegründet. „Rächende Geister“ ist ein typischer Agatha Christie Krimi nur eben nicht 1930 in England, sondern vor 3000 Jahren in Ägypten. Wer darauf hofft, daß eben diese Zeit eine große Rolle spielt, der wird enttäuscht werden. Auch wenn Agatha Christie eine große Hobbyarchäologin war (ihr zweiter Mann war der Archäologe Max Mallowan und sie begleitete ihn des öfteren auf seinen Ausgrabungen), so ist Ägypten nur der Schauplatz, ähnlich wie der Orientexpress oder andere Orte, an den ihre Geschichten spielen.

    Allen voran bleibt „Rächende Geister“ ein typischer Krimi, bei dem das alte Ägypten mit kleinen Eindrücken und kulturellen Besonderheiten die Geschichte bereichert, auf denen aber die Handlung nicht zwingend aufgebaut ist. Die Geschichte ließe sich auch sehr leicht davon lösen und in eine andere Zeit verfrachten. Dieser Punkt ist für mich nicht negativ, ganz im Gegenteil. Wenn ich einen Agatha Christie Krimi lese oder höre, möchte ich mich dem Fall widmen und ein exotischer Ort sollte ein Gefühl transportieren, aber nicht mehr. So bedarf es auch keines Vorwissens über das alte Ägypten um von Anfang an der Geschichte folgen zu können.

    Einziger Punkt der etwas schwierig ist, ist die Fülle an Charakteren. Wie weiter oben schon kurz angesprochen machen die vielen Personen mit dazu noch ungewohnten Namen es zu Beginn etwas schwer den einzelnen Geschehnissen zu folgen. Sobald man sich aber darauf eingestellt hat, steht dem Hörspaß nichts mehr entgegen.

    Und darum: Wer wie ich sich bisher davor gescheut hat, da rein zuhören, weil es nicht auf der Insel, sondern am Nil spielt, den kann ich beruhigen. Es ist und bleibt einfach eine Agatha Christie Geschichte und das ist gut so!

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s auch bei Audible zum download:
    Rächende Geister

    Oder bei Hördeutsch.de als CD:
    Agatha Christie -Rächende Geister

    Hörprobe und weitere Infos findet Ihr HIER auf der Audible-Seite!

    Die Rezensionen werden auch als Podcast mit offizieller Hörprobe veröffentlicht.
    Zufinden unter: http://papa-rabe.de/podcast/sprach_der_rabe-podcast.rss
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  • Ganz Ohr Challenge 2011

    Ganz Ohr Challenge 2011

    Steffis Bücher Box hat zu einer interessanten Challenge aufgerufen, an der ich mich als ambitionierter Lauscher gerne beteilige. 12 Hörbücher / -spiele in einem Jahr hören und rezensieren. =)

    Hier mal die Regeln für all jene, die auch gerne mit machen möchten:

    * Höre zwischen dem 01.01.2011 -31.12.2011 mindestens 12 Hörbücher oder auch Hörspiele
    * Das Genre ist dir dabei vollkommen selbst überlassen
    * Rezensiere das Hörbuch kurz( natürlich geht auch lang)
    * Führe eine Liste und aktualisiere sie
    * Schön wäre ab und zu ein kleiner Zwischenbericht-ist aber kein Muss
    * Das jeweilige Hörbuch sollte mindestens 180 Minuten lang sein
    * Man kann jederzeit einsteigen

    Anmeldung und Teilnehmerliste findet ihr HIER!

    Auf ein lauschiges 2011! =D

    Euer

    Papa Rabe w^v^w