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  • Detektei Sonderberg & Co. und der Mord auf Schloss Jägerhof (Folge 1) – Dennis Ehrhardt

    Detektei Sonderberg & Co. und der Mord auf Schloss Jägerhof (Folge 1) – Dennis Ehrhardt

    Das 19. Jahrhundert läßt mich einfach nicht los. Mit „Detektei Sonderberg & Co.“ wurde mir eine kürzlich erschienene Hörspielreihe empfohlen, die sich um 1880 abspielt. Also in etwa die Zeit des großen Detektiven Sherlock Holmes. Doch statt in London müssen bei diesem Hörspiel die Düsseldorfer Halunken um ihre Freiheit fürchten, denn genau dort hat die Detektei Sonderberg & Co. ihren Sitz.

    Und darum, Gehstock zur Hand und Zylinder aufgesetzt, die Droschke wartet bereits.

    Titel: Detektei Sonderberg & Co. und der Mord auf Schloss Jägerhof (Folge 1)
    Autor: Dennis Ehrhardt
    Sprecher: Jan Gregor Kremp, Regina Lemnitz, Andreas Mannkopff, u.a.
    Genre: Historischer Krimi
    Laufzeit: 01 Std. 37 Min. (ungekürzt)

    Verlag: Zaubermond Verlag
    Erschienen: 2011

    Preis: € 7,95

    Zur Story: Ein gar ungewohnter Anblick bietet sich Dr. Friedrich Sonderberg und seiner Begleitung Minnie Cogner, als sie durch den Schlosspark flanieren. Zwei Spinner, Schmetterlinge deren Raupen für die Seidenproduktion verwendet werden, sitzen in einem nahen Gebüsch. Diese Schmetterlinge sind hier nicht heimisch und kommen dementsprechend auch nicht in der freien Natur vor. Doch dieser seltene Anblick ist schnell vergessen, als man in der Nähe die Leiche einer jungen Frau findet.

    Bei erster Untersuchung deutet alles auf einen Unfall hin und nur zu gern nimmt die Polizei diese Erklärung als mögliche Todesursache an, denn im nahen Schloss feiert in wenigen Tagen der Kommerzienrat Weigold seinen 70. Geburtstag und alles was Rang und Namen hat ist dort eingeladen. Nur ungern würde man diese Veranstaltung wegen Untersuchungen zu einem Mordfall stören.

    Doch Dr. Sonderberg und seine Nachbarin Minnie Cogner glauben nicht an einen Unfall…

    Sprecher: Die Sprecherrollen waren alle samt sehr gut besetzt. Und auch wenn Dr. Sonderberg die Hauptfigur darstellt, so möchte ich dieses Mal Ladys first like mit der Sprecherin von Minnie Cogner beginnen: Regina Lemnitz.

    Den meisten Lesern dürfte es wahrscheinlich ebenso ergehen wie mir. Der Name hat mir erst mal gar nichts gesagt, doch ihre warme Stimme ist mir seit vielen Jahren präsent und wird immer wieder gern von mir gehört. Regina Lemnitz spricht unter vielen anderen Rollen auch Whoopi Goldberg und jetzt dürfte wohl jeder den Klang im Ohr haben. Erst gerade eben habe ich wieder einen Film gesehen, in der sie einer Nebenrolle ihre Stimme geliehen hat. Ich freue mich sehr, daß sie bei „Detektei Sonderberg & Co.“ die zweite Hauptrolle spricht. Eine wirklich tolle Stimme.

    Nun aber zum männlichen Part. Dr. Sonderberg wird von Jan Gregor Kremp gesprochen. Seine weiche und ruhige Stimme gibt dem Detektiv eine freundliche Note, welche eher untypisch für eine solche Rolle ist. Die meisten genialen Kriminologen sind stets über allem erhaben und blicken meist mit einem leicht spöttischen Lächeln auf die Unwissenden herab. Sonderberg hingegen steht durch die Stimme von Jan Gregor Kremp eher neben einem auf gleicher Augenhöhe. Zwar beweist er gerne sein Wissen über viele Dinge, doch tut er dies eher auf freundschaftlicher Basis, was mir sehr gut gefallen hat und was ihn dadurch auch gleichzeitig ein wenig aus der Masse der Detektive hervorhebt.

    Auch die restlichen Sprecher haben mir alle sehr gut gefallen. Allen voran der Kommerzienrat, gesprochen von Eckart Dux (nebenbei angemerkt, der gegenwärtig am längsten aktive deutschsprachige Synchronsprecher), dessen markante Stimme mir sehr gut gefällt.

    Fazit: Mit „Detektei Sonderberg & Co.“ reiht sich eine weitere Hörspielreihe in meine Sammlung, die ich im Auge oder besser gesagt im Ohr behalten werde. Die Geschichte war im Stil von Agatha Christie stets mit einem Augenzwinkern versehen, was mir sehr gut gefallen hat. Vor allem zwischen den beiden Hauptcharakteren Dr. Sonderberg und Minnie Cogner entspinnt sich ein interessantes Verhältnis.

    Was mir auch sehr positiv aufgefallen ist, sind die kleinen Details, die sich am Rande verstecken. Sowohl bei den verschiedenen Charakteren als auch beim Setting im Allgemeinen. Ich finde es immer wieder schön, wenn Charaktere, Schauplätze, etc. nicht einfach nur Mittel zum Zweck sind, sondern sich mit der Geschichte verbinden. So fand ich die kleinen Anmerkungen am Rande sehr schön, die z.B. die Zeit in der das Ganze spielt, lebendig machen.

    Auch die Verwunderung des Inspektors darüber, daß Dr. Sonderberg Fingerabdrücke nimmt, ist nicht etwa, weil der Inspektor keine Ahnung von seiner Arbeit hat, sondern weil Fingerabdrücke erst einige Jahre später langsam ihren Weg in die polizeilichen Ermittlungen nehmen werden.

    Wenn eben solche Elemente nicht beliebig auswechselbar sind, sondern einen Sinn ergeben und die Geschichte bereichern, dann wird sie erst richtig rund und in diesem Bereich hat die Hörspielreihe schon gut vorgelegt. Ich hoffe, daß dieses Potential auch weiter ausgeschöpft wird, denn allein die Zeit der Industrialisierung bietet viele Möglichkeiten, die Schauplätze lebendig zu gestalten.

    Auch die Lauflänge war angenehm. Viele solcher Krimis leiden etwas darunter, daß sie ihren Fall meistens innerhalb einer Stunde vor dem Zuhörer ausbreiten, erforschen und lösen müssen. „Detektei Sonderberg & Co.“ läßt sich dabei schon deutlich mehr Zeit, ohne übermäßig auszuholen.

    Und als Freund kleiner Gimmicks fand ich es toll, daß am Ende noch ein kleiner Prolog angefügt wurde, der nichts mehr mit dem Fall zu tun hatte, aber
    die Hauptcharaktere schön weiterführt. Außerdem findet man auf der Seite www.sonderbergundco.de einen kleinen Blog, in dem Dr. Sonderberg und Minnie „persönlich“ Eintragungen zu den neuesten Ereignissen und Fällen schreiben. Ein Blick lohnt sich.

    Fans von Agatha Christie, Van Dusen oder Sherlock Holmes sollten rein hören.

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s auch bei Audible zum download:
    Detektei Sonderberg & Co. und der Mord auf Schloss Jägerhof (Folge 1)

    Oder bei Hördeutsch.de als CD:
    Detektei Sonderberg & Co. und der Mord auf Schloss Jägerhof (Folge 1)

    Hörprobe und weitere Infos findet Ihr HIER auf der Audible-Seite!

  • Das Greifenopfer – Thomas Finn

    Das Greifenopfer – Thomas Finn

    Eigentlich wollte ich an dieser Stelle das zweite Hörbuch aus der Reihe „Das schwarze Auge“ vom Horchposten Verlag rezensieren. Doch beim nochmaligen durchlauschen ist mir aufgefallen, daß ich ein paar der Charaktere schon kenne. Diese kommen auch bei „Das Greifenopfer“ vor und da sich letzteres zeitlich gesehen vor „Das Auge des Morgens“ abspielt, werde ich nun doch etwas von meinem Plan abweichen. Damit halte ich mich dann aber wieder an die Veröffentlichungsfolge der Romanvorlagen.

    Titel: Das Greifenopfer
    Autor: Thomas Finn
    Sprecher: Axel Ludwig, Sabine Brandauer
    Genre: Fantasy
    Lauzeit: 07 Std. 37 Min. (gekürzt)

    Verlag: Horchposten
    Erschienen: 2006

    Preis: € 27,95 (Flexi-Abo: € 9,95)

    Zur Story: Die Geschichte beginnt im Orkland, wo ein mächtiger Anführer die meisten Orkstämme unter sich vereint hat und sich nun aufmacht, die Grenze zu den Menschen erneut zu überschreiten. Bereits mehrfach gab es in der Vergangenheit solche Kriegszüge und jedesmal war es für die Reiche der Menschen ein erschütterndes Ereignis, das nur unter hohen Verlusten zurückgeschlagen werden konnte. Doch dieses Mal soll nichts und niemand die Orks aufhalten können. Der Aikar Brazoragh, göttliche Auserwählter und Oberhaupt aller Orks verfolgt einen Plan mit dem der Sieg zum greifen Nahe liegt.

    Während dessen hält im schönen Städtchen Lowangen eine Kutsche mit dem jungen Greifwin, verschollen geglaubter Sohn eines lange verstorbenen Handelsherrn der Stadt. Dieser fordert Teile seines Erbes ein, genauer gesagt vier Gemälde die einst im Besitz seines Vaters waren, doch sind diese bereits verkauft und man bittet den jungen Mann, sich ein wenig zu gedulden, bis alle rechtlichen Fragen geklärt sind. Kurz darauf verschwindet Greifwin aus der Öffentlichkeit und drei der vier Gemälde werden wenig später als gestohlen gemeldet. Eines davon direkt aus dem Arbeitszimmer des Leiters der Magierakademie. Dieser setzt die Adeptin Mayla, ihres Zeichens halbelfische Dozent an der Akademie, auf den Fall an. Sie war in Kindertagen mit Greifwin befreundet und sofern es bei der Person wirklich um den echten Greifwin handelt, dann dürfte sie ihn am ehesten finden. Und so macht sich die Magierin auf den Weg zum letzten Gemälde, begleitet von einem seltsamen, immer wiederkehrenden Traum, um das Rätsel zu lösen, welches sich um diese Bilder und den lange vermissten Greifwin rankt.

    Doch damit beginnt das Abenteuer erst, welches sie bald viel weiter tragen wird, als nur über die Dächer von Lowangen…

    Sprecher: Ich hatte bei „Der Göttergleiche“ schon ein bisschen was über Axel Ludwig geschrieben und es ist schwer, sich bei sowas nicht zu wiederholen. Trotzdem möchte ich hier (und wahrscheinlich auch bei den nächsten DSA Hörbüchern) sagen, daß mir seine tiefe Stimme sehr gut gefällt, auch wenn die Charaktere, die eher weich gesprochen werden, dadurch manchmal etwas seltsam klingen. Aber vor allem für die Orks und für den großen Begleiter der Helden (ich verrat hier mal nicht, um wen oder was es sich handelt), paßt diese Stimme wie kaum eine andere, die ich kenne. Das raue Grollen ist einfach perfekt.

    Bei „Das Greifenopfer“ ist Axel Ludwig aber nicht allein zu hören, denn Sabine Brandauer steht ihm bei sämtlichen Frauenrollen zur Seite. Ich hatte es schon geschrieben, daß ich die weich gesprochenen Parts von Axel Ludwig nicht so gut finde und diesen Umstand umgeht man nun mit ihrer weiblichen Stimme sehr gut.

    Nur ein einziges Manko gibt es für mich bei dieser Herangehensweise. Die Erzählerparts des Buches werden, bis auf wenige Ausnahmen, rein von Axel Ludwig gesprochen. Dadurch kommt es immer wieder zu längeren Stellen, bei denen eben nur seine Stimme präsent ist. Wenn dann Sabine Brandauer zu sprechen beginnt, werde ich im ersten Moment kurz aus der Geschichte gerissen. Das legt sich dann aber zum Glück sehr schnell wieder, denn beide Sprecher verstehen es sehr gut, den Zuhörer wieder ins Geschehen zu ziehen. In meinen Ohren ist diese Methode trotz dieses kleinen Nachteils die bessere Lösung, denn eine zarte Halbelfe nehm ich Axel Ludwigs Stimme dann doch nicht ganz ab.

    Fazit: DSA Fans, die sich in der Materie rund um die Borbarad-Kampagne und die dunklen Lande auskennen, kann ich das Hörbuch empfehlen. Zwar haben sowohl die Geschichte, in Roman- wie in Hörbuchform, als auch die Ereignisse schon ein paar Jahre auf dem Buckel, trotzdem macht es immer noch Spaß, erneut in die Geschichte Aventuriens einzutauchen. Die beiden Hauptcharaktere sind interessant gezeichnet und wer Abenteuerfantasy mag, der ist hier gut bedient.

    Allen anderen sei hier vorsicht angeraten, denn wer Begriffserklärungen erwartet, der hofft meist vergebens. Für DSA-Spieler werden die Informationen zwar kurz aufgefrischt, für Neulinge aber dürfte es trotzdem schwer werden, das gesamte Hörbuch zu genießen.

    Wer sich aber für die Welt von DSA interessiert, der sollte sich davon nicht abschrecken lassen, sondern sich statt dessen neugierig auf Spurensuche machen. Mit Wiki-Aventurica gibt es ein umfangreiches Nachschlagewerk. Aber Vorsicht! Dank der vielen Querverweise kann es leicht sein, daß man sich am Ende durch die halbe Geschichte Aventuriens gelesen hat, obwohl man doch bloß einen Begriff schnell mal nachschlagen wollte.

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s auch bei Audible zum download:
    Das Greifenopfer

    Hörprobe und weitere Infos findet Ihr HIER auf der Audible-Seite!

  • Der Göttergleiche – Ulrich Kiesow

    Der Göttergleiche – Ulrich Kiesow

    Eine alte Leidenschaft von mir ist das Pen&Paper Rollenspiel. Allen voran das System, mit dem alles für mich begann: „Das schwarze Auge“ oder kurz DSA (eine Abkürzung die einen Word-Anwender durch die ständige Autokorrektur in den Wahnsinn treibt, denn diese verbessert das Wort ständig in DAS).

    Nun bin ich vor kurzem wieder über die DSA Hörbücher vom Horchposten Verlag gestolpert und hab mir „Das Greifenopfer“ geholt. Nach dem durchlauschen wollte ich mich dann auch schon auf eine Rezension stürzen, doch behagt es mir immer nicht, in der Mitte anzufangen. Und auch wenn die Geschichten immer in sich abgeschlossen sind, so möchte ich doch mit dem Hörbuch beginnen, mit dem diese erfreulicherweise erfolgreiche Reihe ihren Anfang genommen hat.

    Mit diesem edlen Vorsatz bin ich also zu meinem CD Schrank und hab mir „Der Göttergleiche“ noch einmal angehört. Eine aventurische Kurzgeschichte als DSA (und ich erst) noch jung war.

    Titel: Der Göttergleiche
    Autor: Ulrich Kiesow
    Sprecher: Axel Ludwig
    Genre: Fantasy
    Lauzeit: 00 Std. 59 Min. (gekürzt)

    Verlag: Horchposten
    Erschienen: 2005

    Preis: € 8,95

    Zur Story: Die Thorwalerin Thorhild und ihr stiller Begleiter Dajin verdingen sich als Bewacher eines Wagenzugs, den diese während der Reise vor Goblins und Dieben schützen sollen. Nun endlich hatten sie die größten Strapazen hinter sich gebracht und alle am Zug Beteiligten waren froh, in einem gemütlichen Gasthaus einkehren zu können.

    Doch während draußen ein Unwetter zu toben begann, hitzen sich auch in der Gaststube die Gemüter auf. Eine willkommene Abwechslung ist es da, als plötzlich ein seltsames Gespann das Haus betritt. An der Seite eines hochgewachsenen, jungen Mannes und steht ein gedrungener Tölpel.

    Schon bald wird der Krüppel zur Zielscheibe von Spott und Hohn. Als die Lage zu eskalieren droht, treten Thorhild und Dajin zwischen die feixende Menge und die beiden Reisenden. Doch damit beginnt der Ärger erst so richtig…

    Sprecher: Axel Ludwig hat eine markante und dunkle Stimme, die mir grundsätzlich sehr gut gefällt. Vor allem dröhenden und rauen Charakteren verleiht er damit eine ungemeine Präsenz. Wenn er lospoltert oder grollt, dann bin ich im wahrsten Sinne des Wortes ganz Ohr und freu mich über jeden Satz.

    Auf der anderen Seite aber hat diese tiefe Stimme auch einen Nachteil. Bei weiblichen Charakteren oder solchen, die weicher sprechen, klingt es teilweise etwas selstam. Es ist nicht so, daß diese Rollen schlecht gesprochen wären, aber in allen schwingt eine leicht rauchige Note mit.

    Auf alle Fälle lohnt es sich, mal reinzuhören und sich selber ein Bild von Axel Ludwig zu machen. Ich persönlich freue mich, daß er der Stammsprecher für die DSA Hörbücher ist.

    Fazit: „Der Göttergleiche“ ist eine Kurzgeschichte von Ulrich Kiesow aus dem gleichnamigen Sammelband (1995). Die ursprüngliche Version der Geschichte, welche für die Neuauflage leicht verändert und erweitert wurde, erschien im „Mond über Phexcaer“ Kurzgeschichtenband (1990), der schon seit langem vergriffen ist und einen gewissen Sammlerwert in DSA-Kreisen besitzt.

    Ulrich Kiesow ist einer der Väter von DSA. Ursprünglich wollten die Verlage Schmidt Spiele und Droemer Knaur Anfang der 80er Jahre das damals schon bekannte Dungeons & Dragons (kurz D&D) in die deutschen Wohnzimmer bringen, doch waren ihnen die Lizenzkosten zu hoch. Also versuchte man es mit einem eigenem Konkurenzprodukt. Zu diesem Zweck beauftragen sie den Rollenspiel-Verlag Fantasy Productions, gegründet von Werner Fuchs, Ulrich Kiesow und Hans-Joachim Alpers, ein fertiges System samt Welt, Hintergrund und Abenteuern zu erstellen. Gemeinsam hatten sie bereits eine eigene kleine Welt (Aventurien) erschaffen und so versuchte sie ihr Glück. Mit den beiden Verlagen im Rücken pretschte „Das schwarze Auge“ mit vollem Tempo voran und ist auch heute noch das meist bespielteste System in Deutschland.

    Ich spar mir weitere kleine Anekdoten und Erklärungen für die noch folgenden DSA Hörbücher und komme jetzt wieder zum Hauptthema zurück. „Der Göttergleiche“ ist hauptsächlich für DSA Fans interessant und da auch mehr für die Sammler und Liebhaber. Zwar halten sich die Bezüge zur Spielwelt in dieser Geschichte in Grenzen, jedoch sind die eigentlich interesanten Informationen vor allem am Ende nur für DSA Kenner verständlich und selbst da werden die meisten erstmal nachschlagen müssen.

    Die Geschichte ist an sich nicht wirklich spektakulär und auch bleiben einige Fragen am Ende offen. Die Geschichte verlangt eigentlich nach einer Fortsetzung, die aber meines Wissens nach weder als Roman noch in einer anderen Form jemals erschien ist. Was mir gut gefallen hat war, daß mit kleinen Begriffen und Redewendungen von Anfang an der Bezug zu DSA hergestellt wird. Schon der erste Satz zeigt auf, daß man sich in Aventurien befindet: „Über den hohen Gipfeln des Eisenwaldes entlud sich der göttliche Zorn der Herrin Rondra in einem urgewaltigen Gewitter“.

    Darum mein Fazit: Der Sprecher ist bis auf kleine Schwächen sehr gut. Die Geschichte ist halt was für DSA Fans oder Sammler und da ich Beides bin, hat mir das Hörbuch gefallen. Allen anderen würde ich empfehlen, ein Hörbuch später einzusteigen. Dazu in der nächsten Rezension mehr.

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s auch bei Audible zum download:
    Der Göttergleiche

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  • Das Mal – Das Geheimnis vom Totenkopfstein – Stefan Henning, Sandra Gambino

    Mystery-Geschichten die sich realer Orte und Legenden annehmen und diese auf interessante Weise weiterspinnen, haben schon immer mein Interesse geweckt. Als ich dann gehört habe, daß diese Geschichte auch noch im Nachbarland Österreich, sozusagen gleich um die Ecke von mir, spielt, war die Neugierde endgültig geweckt.

    Titel: Das Mal – Das Geheimnis vom Totenkopfstein
    Autor: Stefan Henning, Sandra Gambino
    Sprecher: Kornelia Boje, Helmut Winkelmann, Gordon Piedesack, u.a.
    Genre: Mystery / Jugendhörspiel
    Laufzeit: 02 Std. 04 Min.

    Verlag: Hurst Media Company
    Erschienen: 2011

    Zur Story: Jennifer und ihre Cousine Josephine, die eine 15 die andere 16 Jahre alt, sind die besten Freundinnen. Beide leben mit Ihren Eltern im beschaulichen, für heranwachsende Jugendliche eher unspektakuläre, niederösterreichische Örtchen St. Oswald. Das spannendste an dieser Gegend ist der Totenkopfstein, eine unheimliche Felsformation, die wie ein menschlicher Schädel aus dem Waldboden emporragt.

    Dieser 10 Meter hohe steinerne Totenkopf blickt seit ewigen Zeiten nach Norden, wo nach dem alten Glauben der Germanen die Götterburg und eben auch das Totenreich liegt und so ist es nicht verwunderlich, daß eben diese jenen Ort als Kultstädte verwendet hatten. Und auch heute noch ranken sich düstere Legenden um die Felsformation und wie es sich für so einen mystischen Ort gehört, sollen auch immer wieder Leute dort verschwunden sein.

    Die beiden Freundinnen stolpern beim betrachten alter Fotoalben immer wieder über diese Felsformation und fast scheint es so, als ob etwas ihre Eltern und Großeltern mit dem Totenkopfstein verbindet und den Gesichtsausdrücken auf den Fotos nach zu schließen, scheint es sich dabei um nichts Gutes zu handeln.

    Neugierig beginnen sie Nachforschungen anzustellen und finden schließlich auf einem der Bilder eine altgermanische Inschrift im Felsen. Nach dem sie das Bild in einem Forum rund um mystische Orte mit der Bitte um Übersetzungshilfe gepostet hatten, meldet sich ein Mädchen in ihrem Alter namens Kim. Sie wisse die Bedeutung der Zeichen, denn auch sie besäße Bilder von ihren Eltern, die sie vor dem Totenkopfstein zeigen.

    Man verabredet sich schließlich und gemeinsam versucht man nun zu Dritt dem Geheimnis um den Totenkopfstein und der Vergangenheit ihrer Familien rund um diesen Ort auf die Schliche zu kommen. Die Suche beginnt am Totenkopfstein. Doch dann verschwinden Jennifer und Josephine…

    Sprecher: Wie bei allen Hörspielen, so kann an dieser Stelle auch nicht auf jeden Sprecher eingegangen werden. Vorweg möchte ich sagen, daß mir alle sehr gut gefallen haben. Allen voran muß und möchte ich hier natürlich Gordon Piedesack erwähnen, da er als Erzähler die meiste Sprecherzeit gehabt hat. Seine Stimme führt gekonnt und angenehm durch die Geschichte. Mit sicherer Hand unterstützt er die jeweilige Stimmung.

    Aber auch die restlichen Sprecher sind sehr gut gewählt und bringen ihre jeweiligen Rollen sehr gut rüber. Beim ersten Auftritt von Patrick, Jennifers frische Liebe, mußte ich etwas schmunzeln, da durch die verlegene, leicht hibbelige Art, das Bild eines über beide Ohren verschossenen Jugendlichen in meinem Kopf auftauchte, der sich selbst, sobald seine Freundin weg ist, über seine unbeholfene Art in den Hintern beißt. Man wollte doch cool und männlich sein. Nicht das ich so eine Situation kennen würde, ich war immer beherrscht und locker.

    In wie weit die Freundschaft der Mädchen realistisch wiedergegeben wurde, kann ich als männlicher Rezensent leider nicht bewerten. Was ich aber sagen kann ist, daß es sehr schnell das Gefühl einer innigen Freundschaft vermittelt hat und in meinen Ohren nicht gekünstelt klang.

    Auch die Nebencharaktere konnten überzeugen und gaben dem Gesamtbild damit noch den letzten Schliff.

    Fazit: „Was lange währt, wird endlich gut.“ Mit diesen Worten läßt sich „Das Mal“ sehr gut beschreiben. Schon vor ein paar Jahren wurde dieses Projekt das erste Mal erwähnt, doch zog dann doch noch einige Zeit ins Land, bis die fertigen Silberlinge auf meinem Tisch landeten. Und für alle, die ungeduldig gewartet haben, kann ich eines sagen: Es hat sich gelohnt.

    „Das Mal“ ist ein spannendes Hörspiel für Jugendliche ab 10, die sich gerne mal gruseln wollen. Die Sprecher waren sehr gut und die atmosphärische Untermalung war hervorragend. Die eigens für das Hörspiel produzierte Musik war wie bei einem Film auf die einzelnen Parts abgestimmt und ging je nach zu transportierender Stimmung fließend in einander über. Das selbe gilt für die Geräuschkulisse.

    Das Hörbuch ist mit seinen 2 Stunden ein ordentlicher Brocken und richtet sich damit eher an Jugendliche, die Hörspielerfahrung haben. Die Geschichte läßt sich vor allem in der ersten Hälfte etwas Zeit, was mir persönlich aber gut gefallen hat. Eben durch diese ausführliche Vorbereitung hatte ich als Hörer ein heile-Welt Bild im Kopf, welches dann Stück für Stück aufgebrochen wurde und weswegen vor allem das Ende mich mit der großen Keule getroffen hat. Und damit sind wir an einem Punkt, bei dem ich etwas hin und her gerissen bin.

    Ich möchte hier nicht allzu viel verraten, um den zukünftigen Hörern die Spannung nicht zu verderben, darum entschuldige ich mich für die nur wagen
    Andeutungen. Was ich hoffentlich ohne Bedenken sagen kann ist, daß das Ende sehr offen ist. Für mich stellt das nur ein kleines Problem dar, solange irgendwann einmal eine Fortsetzung kommt. Grundsätzlich habe ich nichts gegen offene Enden, doch dieses hier hat mit der groben Kelle zugeschlagen und da es sich dabei um ein Jugendhörspiel handelt hoffe ich einfach mal, daß man diesesmal die Hörerschaft nicht so lange warten läßt. Nun habe ich aber das Problem, daß ich nirgends einen Hinweis darauf gefunden habe ob und wenn ja, wann ein Nachfolger geplant ist.

    Was ich auch etwas schade fand war der fehlende Lokalkolorit. Wenn der Totenkopfstein, den es tatsächlich gibt, nicht gewesen wäre, hätte man die Geschichte überall im deutschsprachigen Raum ansiedeln können. Da man mit Niederösterreich eine doch eher ungewöhnliche Location ausgewählt hat, hätte man da noch ein wenig mit reinbringen können.

    Letzter Punkt, der mir aufgefallen ist, der die Hörer etwas spalten könnte, den ich persönlich aber nicht als negativ bewerte, ist die hohe Dichte an Erzählerparts. Es ist weniger ein typisches Hörspiel als mehr ein Hörbuch, in dem die Charaktere ihre Rollen selber sprechen.

    Kurz und gut, mit hat „Das Mal“ sehr gut gefallen. In wie weit das Ende für einen 10 Jährigen nicht zu hart abgeschnitten ist, kann ich an dieser Stelle leider nicht bewerten. Alle älteren Semester, die sich für Mysterie interessieren, kann ich nur empfehlen in das Hörspiel mal rein zuhören. Ich für meinen Fall werde dem Totenkopfstein auf alle Fälle mal einen Besuch abstatten und hoffe, daß ich nach diesem Ausflug auch noch weiter Rezensionen schreiben kann.

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s auch bei Hördeutsch.de:
    Das Mal – Das Geheimnis vom Totenkopfstein

    Hörprobe und weitere Infos findet Ihr HIER auf der Hördeutsch.de-Seite!

  • Versehrung (Prof. Sigmund Freud 3) – Heiko Martens

    Versehrung (Prof. Sigmund Freud 3) – Heiko Martens

    Ein drittes Mal begebe ich mich nach Wien, um mich vom wohl bekanntesten und umstrittensten Psychoanalytiker in ein weiteres, spannendes Abenteuer entführen zu lassen. Und dieses Mal muß der sonst so seßhafte Prof. Sigmund Freud sogar aus seinem Haus, um einem weiteren Fall, im wahrsten Sinne des Wortes, nachzugehen.

    Titel: Versehrung (Prof. Sigmund Freud 3)
    Autor: Heiko Martens
    Sprecher: Hans Peter Hallwachs, Felicitas Woll, Andreas Fröhlich, u.a.
    Genre: Historischer Krimi
    Laufzeit: 01 Std. 02 Min. (ungekürzt)

    Verlag: STIL
    Erschienen: 2011

    Preis: € 6,95

    Zur Story: In aller Herrgottsfrühe verschanzt sich ein Unbekannter auf einem der beiden Türme der Votivkirche und beschießt mit erschreckender Zielgenauigkeit die Umgebung. Noch ist niemand ernsthaft verletzt worden, doch befürchtet Karl Gruber bei der geplanten Festnahme das sich dieser Umstand schnell ändern könnte. Und so machen sich Sigmund Freud und seine Tochter Anna auf den Weg um Schlimmeres zu verhindern. Jedoch führen erste Gesprächsversuche zu keinem Erfolg und eine Erstürmung des Turms durch die Gendarmerie läßt sich kaum mehr aufhalten…

    Sprecher: Auch diese Folge konnte die hohe Qualität der Sprecher wieder halten. Mit Thomas Schmuckert wurde auch dieses Mal wieder ein Sprecher gefunden, der die Rolle des „Patienten“ sehr gut einnimmt und uns einen Blick in die seelischen Abgründe liefert.

    Auch die inneren Monologe von Freud Senior mit seinem Über-Ich und Es sind sehr gut geschrieben und von Cathleen Gawlich (Es), Nicolas Artajo (Über-Ich) und Hans Peter Hallwachs (Freud) hervorragend in Szene gesetzt. Es wird dadurch anschaulich wiedergegeben, wie der Psychoanalytiker in ihm die Sachen auswertet, beurteilt und sondiert.

    Fazit: Was kann ich hier noch schreiben, was ich in den beiden ersten Rezensionen zu diesem Hörspiel nicht schon geschrieben habe. Aber auch wenn ich mich wiederhole, ich bin einfach begeistert, wie diese Serie einen anderen Blickwinkel einnimmt. Sigmund Freud spaltet die Gemüter und wer seinen Thesen und Errungenschaften skeptisch gegenüber steht, der kann beruhigt sein. Die Serie singt kein Loblied auf diesen Mann, bringt aber neben den fiktiven Geschichten interessante Fakten und Ansichten auf den Tisch.

    Des weiteren gefällt es mir sehr gut, wie das Hörspiel kleine Details und einen Schuß Lokalkolorit mit in die Geschichten webt, ohne diese explizit ins Rampenlicht zu zerren. Vor allem in dieser Folge finden sich für den aufmerksamen Zuhörer wieder ein paar schöne geschichtliche Details, die im Booklett auch nochmal näher erläutert werden. Wenn mir zukünftig mal der Begriff „Mistelbacher“ über den Weg läuft, weiß ich nun, was es damit auf sich hat.

    Der Audiokommentar von Dr. Salwa Meier am Ende des Hörspiels ist bei Folge 3 wieder knapp 10 Minuten lang. Für Interessierte hörenswert, wird aber zum Verständnis der Folge nicht benötigt.

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s auch bei Audible zum download:
    Versehrung (Prof. Sigmund Freud 3)

    Oder bei Hördeutsch.de als CD:
    Versehrung (Prof. Sigmund Freud 3)

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  • Familienersatz (Prof. Sigmund Freud 2) – Heiko Martens

    Familienersatz (Prof. Sigmund Freud 2) – Heiko Martens

    Die erste Folge von Prof. Sigmund Freud hat für mich die Messlatte dieser Serie schon ziemlich hoch angesetzt und ich war gespannt, wie es damit wohl weiter geht. Voll freudiger Erwartung wartete ich also auf die nächste Bestellung und darauf, daß sich die zweite Silberscheibe im Plattenteller dreht. Nun liegt sie endlich vor mir und ich habe erneut auf der berühmten Couch Platz genommen, doch nicht um über meine Beziehung zu meinen Eltern zu reden, sondern einem weiteren spannenden Kriminalfall zu lauschen.

    Titel: Familienersatz (Prof. Sigmund Freud 2)
    Autor: Heiko Martens
    Sprecher: Hans Peter Hallwachs, Felicitas Woll, Andreas Fröhlich, u.a.
    Genre: Historischer Krimi
    Lauzeit: 01 Std. 02 Min. (ungekürzt)

    Verlag: STIL
    Erschienen: 2011

    Preis: € 6,95

    Zur Story: Zum zweiten Mal schickt das Hörspiel also Prof. Sigmund Freud den gleichnamigen Wiener Psychologen auf Verbrecherjagd. Obwohl, Jagd ist hier das falsche Wort, denn schließlich kommt der Verbrecher dieses mal zu ihm in die Praxis und auch sein Geständnis läßt nicht lange auf sich warten.

    Fast schon freimütig berichtet der Patient, daß er seinen Vater ermordet, zerstückelt und die Leichenteile in eine Truhe gesteckt hatte. Und das Einzige, was er nun noch wolle und weswegen er Prof. Freud aufsuche, wäre, daß dieser ihn von seinen Schuldgefühlen befreien soll die ihn seit seiner Tat quälen. Die ärztliche Schweigepflicht gibt dem Patienten die nötige Sicherheit ihm diese ganzen Details zu offenbaren.

    Als Freud seiner Tochter bescheid geben will, daß sie alle weiteren Termine absagen soll, bedroht ihn der Patient mit einer Waffe. Von da an beginnt für den Psychologen ein gefährliches Spiel. Vorsichtig beginnt er nun die Umstände, die zu dieser Tat führten, zu erforschen und legt Stück für Stück das komplizierte Familiengeflecht des Täters frei.

    Indes überlegen Anna Freud und der eiligst herbeigerufene Gendarm Karl Gruber fieberhaft, wie sie den Bewaffneten überwältigen können ohne Annas Vater in Gefahr zu bringen…

    Sprecher: Was die Sprecher der Hauptcharaktere angeht, so hat mich auch Folge Zwei wieder begeistert. Um mich hier nicht zu wiederholen kann ich den interessierten Lesern die Rezension zu Folge 1 ans Herz legen.

    An dieser Stelle möchte ich lieber auf den Sprecher des Patienten eingehen: Wanja Mues ist ein langjähriger (Theater)Schauspieler und Sprecher für Hörbücher. Er verkörpert in diesem Hörspiel eine der schwersten Rollen, die es zu spielen gibt. Einen geistig verwirrten Menschen so zu spielen, daß man ihn als Hörer wirklich ernst nehmen kann, ja sich sogar vor seinem Wahnsinn fürchtet und nicht unwillkürlich lächeln muß, ist ungemein schwierig. Der Sprecher schafft es selbst in den extremen Gefühlsausbrüchen in der Rolle zu bleiben und dem Hörer eine Gänsehaut zu verschaffen. Ganz großes Kino für die Ohren und ich hoffe, daß ich von Wanja Mues noch viel zu hören bekomme.

    Erst jetzt wo ich diese Rezension schreibe und damit den Sprecher namentlich zuordnen kann, fällt mir auf, daß ich den Namen „Mues“ erst vor kurzem gelesen habe. Leider war das bei der Meldung, daß bei einem schweren Verkehrsunfall vor zwei Tagen dessen Eltern ums Leben kamen. Ich möchte an dieser Stelle Wanja Mues mein tief empfundenes Mitleid ausprechen.

    Fazit: Prof. Sigmund Freud ist ein Hörspiel für jeden, der sich für die Irrungen und Wirrungen der Seele interessieren. Für alle, die Spaß daran haben, wenn nicht nur der Fall gelöst und der Schuldige bestraft wird, sondern auch der Frage nachgeganen wird, warum derjenige zu dem geworden ist, was man nun als Mörder bezeichnet.

    Das Hörspiel verlangt eine hohe Aufmerksamkeit vom Hörer, belohnt diese aber mit einer starken atmosphärischen Dichte und fesselnden psychologischen Details. Und wer noch ein Wenig tiefer eintauchen möchte, dem bietet das Hörspiel auch wieder weitere Infos im Booklett und am Ende wieder einen dieses mal 4 minütigen Kommentar von Dr. Salwa Meier. Letzterer ist schon um ein gutes Stück flüssiger vorgetragen als in der ersten Folge, hat aber weniger Informationen zu bieten.

    Die Teils psychadelische Musik unterstützt die Stimmung sehr gut und läßt einen die innere Zerrissenheit und Verwirrung des Patienten erahnen. Was mir auch sehr gut gefallen hat waren die Schnitte und Übergänge zwischen einzelnen Szenen und Charakteren, wenn z.B. der Patient in der Rolle seines früheren, kindlichen Ichs spricht oder Freud eines der Familienmitglieder miemt. Man merkt dadurch sofort, wann der Patient sich in die „Behandlung“ einfindet und wann er sich dieser entzieht.

    Noch ein paar Worte zum Booklett: Ich habe es an anderer Stelle schon des öfteren geschrieben, daß ich ein happtischer Mensch bin. Ich habe gerne etwas in der Hand und wenn es dann auch noch so schön wie das hier aufgemacht ist, dann schlägt mein Herz natürlich höher. Bei der Schrift bin ich etwas hin und her gerissen. Einerseits unterstützt die weiße, gebrochene Schrift auf schwarzem Hintergrund das Gesamtbild sehr gut, da der Text damit ausschaut, als wäre er mit einer alten, abgenutzten Schreibmaschine geschrieben worden. Anderseits wird dadurch das Lesen etwas erschwert. Da sich der Text aber in Grenzen hält, ist mir diese Aufmachung lieber als schwarzes Arial auf weißem Hintergrund.

    Das Cover verrät nichts vom Plot, macht aber neugierig und wenn man die Geschichte kennt, dann ergeben die einzelnen Elemente alle einen Sinn, was mich im nachhinein nochmal den Fall Revue passieren ließ. Das selbe gilt eigentlich auch für den Inhalt des Bookletts. Ohne die Folge zu kennen ist aus den einzelnen Punkten kaum ein Hinweis auf den Plot zu entnehmen, trotzdem sollte man es aber lieber erst nach dem Anhören lesen. Die enthaltenen Informationen sind ein schöner Bonus, werden aber nicht benötigt um die Folge zu verstehen.

    Hatte mich die Hörspielserie mit der ersten Folge schon am Haken, so hat sie mich nun endgültig ins Boot gezogen. Zum Glück liegt die dritte Folge schon vor mir auf dem Tisch. Ich bin schon gespannt und freu mich auf viele weitere Abenteuer mit den Freuds und Karl Gruber.

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s auch bei Audible zum download:
    Familienersatz (Prof. Sigmund Freud 2)

    Oder bei Hördeutsch.de als CD:
    Familienersatz (Prof. Sigmund Freud 2)

    Hörprobe und weitere Infos findet Ihr HIER auf der Audible-Seite!

  • Die Messerkönigin – Neil Gaiman

    Die Messerkönigin – Neil Gaiman

    Schon wieder hat mich die Lauscherlounge mit einem Hörbuch erwischt. Oder genauer gesagt mit mehreren Hörbüchern in einem. Die Messerkönigin ist ein Kurzgeschichtenband von Neil Gaiman und es wurden 6 Geschichten vertont.

    Titel: Die Messerkönigin
    Autor: Neil Gaiman
    Sprecher: Oliver Rohrbeck
    Genre: Humor / Mystery / Skurril
    Lauzeit: 03 Std. 34 Min. (gekürzt)

    Verlag: Lauscherlounge
    Erschienen: 2007

    Preis: € 11,95 (Flexi-Abo: € 9,95)

    Zur Story: Ohne Furcht und Tadel: Die Geschichte beginnt mit dem Satz: „Miss Whittaker fand den heiligen Gral unter einem Pelzmantel.“ Für nur 30 Pence kauft sie ihn, poliert den Kelch bis er glänzt und stellt ihn daheim auf’s Regal. Und eben so skurril geht es auch weiter, denn bereits wenig später taucht Sir Gallahad auf um die alte Dame um das heilige Artefakt zu bitten und so nimmt eine wunderbar schräge Geschichte ihren lauf…

    Der Preis: Das Haus einer Familie scheint ein regelrechter Katzenmagnet zu sein. Ein ständiges kommen und gehen der kleinen Einzelgänger ist für die sie schon alltäglich geworden, bis eines Tages ein schwarzer Kater zu ihnen kommt. Erst scheint an dem neuen Mitbewohner nichts besonders zu sein, doch eines Morgens finden sie das Tier mit mehreren Verletzungen, die ihm wohl von einem anderen wilden Tier zugefügt wurden. Da sich die Vorfälle aber häufen bringen sie den Kater in den Keller, damit er dort in Sicherheit ist. Doch seltsamer Weise scheint das Leben der Familie von da an eine unschöne Wendung zu nehmen…

    Die Trollbrücke: Ein modernes Märchen nimmt seinen Lauf, als ein kleiner Junge auf unbekannten Wegen umherstreift und schließlich an eine steinerne Brücke gelangt unter der ein Troll haust. Mit der Ausrede, an ihm sei doch nichts dran und dem Versprechen, wiederzukommen, wenn mehr Zeit vergangen ist, kann er sich noch einmal retten. Doch schon bald trifft er den Troll erneut…

    Charlotte: Ein junger Mann, kaum dem Teenageralter entwachsen, findet in seiner ersten gekauften Ausgabe des Penthouse seine Traumfrau. Sie heißt Charlotte, ist 19 und perfekt. Von Stund an jagt er dieser Frau nach, doch es vergehen einige Jahre, bis er sie wieder in einer Ausgabe sieht. Dieses mal unter einen anderen Namen, doch scheint sie keinen Tag älter zu sein. Noch immer ist sie 19 und wieder sind es nur die wenigen Bilder, die er von ihr hat. Und so zieht das Leben vorüber, doch eines bleibt. Seine Charlotte, 19 Jahre alt und perfekt…

    Shoggoth’s Old Peculiar: Ein amerikanischer Tourist macht eine Wandertour an der englischen Küste entlang. Doch diese hält nicht, was der Reiseführer verspricht. Ganz im Gegenteil ist seine Hoffnung dünn gesät, als er in das kleine Dörfchen Innsmouth kommt. Ein den meisten hoffentlich wohl bekannter Name und der Dorfname ist nicht das Einzige, was diese Geschichte für den aufmerksamen Lovecraft-Fan bereit hält. Doch darf man sich nicht wundern, wenn auch diese Geschichte etwas anders verläuft als gedacht…

    Der Goldfischteich und andere Geschichten: In dieser Geschichte schildert ein Autor seine Erlebnisse in Hollywood. Die Filmrechte an seinem neuesten Buch wurden mit der Option gekauft, daß er das Drehbuch dafür schreiben darf. Doch muß er schnell erkennen, das die Uhren im Showbusiness etwas anders laufen.

    Nebenbei unterhält er sich mit dem alten Gärtner, der noch die alten Stars aus längst vergangenen Zeiten kennen gelernt hat. Damals als diese noch Groß waren und heute längst vergessen…

    Sprecher: Oliver Rohrbeck liefert auch hier wieder eine sehr guten Leistung ab. Er schafft es, eben diese Skurrilität, die allen Geschichten mehr oder minder innewohnt, mit seiner Stimme und seinem Vortrag einzufangen. Ihm und seinem Können ist es zu verdanken, daß man die kurzen Geschichten voll geniesen kann, denn solch kurzen Geschichten hat man nicht die Zeit, sich an etwas zu „gewöhnen“. Vom ersten Wort an nimmt Oliver Rohrbeck einen an der Hand und führt den Hörer durch ein Sammelsurium an Seltsamkeiten und Mysteriösen.

    Fazit: Vorweg möchte ich kurz auf zwei Sachen hinweisen, die ich erst im Nachhinein festgestellt habe, da ich das Buch nicht kenne und aus neugierde nach dem Durchhören des Hörbuchs nur kurz die Beschreibungen dazu gelesen habe:

    Es wurden nur 6 der knapp 30 Geschichten aus dem Buch vertont. Darum habe ich mir erlaubt die Angabe auf „gekürzt“ umzustellen, obwohl bei Audible steht, daß „Die Messerkönigin“ ungekürzt wäre. Wahrscheinlich bezieht sich das ungekürzt auf die Geschichten an sich und nicht auf das Gesamtwerk.

    Und als zweites fand ich es etwas schade, daß die namensgebende Geschichte („Die Messerkönigin“), die eine eigene Geschichte darstellt, im Hörbuch nicht enthalten ist.

    Ich möchte nochmals betonen, daß ich das Buch nicht kenne und dementsprechend auch nicht bewerten kann, in wie weit die Auswahl nun gut oder schlecht ist. Obwohl so etwas wie bei den meisten Sachen sowieso Geschmackssache ist. Auf alle Fälle hat mich das Hörbuch neugierig gemacht, weshalb ich mir das Buch auch noch holen werde.

    Aber ist es deswegen ein schlechtes Hörbuch? Ein klares und eindeutiges NEIN von meiner Seite. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, mich durch die verschiedenen Geschichten zu lauschen und wie am Ende eines jeden guten Werkes, ganz gleich ob Buch, Film oder in diesem Fall Hörbuch, hätte ich auch nach 20 Stunden noch gerne mehr gehabt.

    Ein sehr großer Augenmerk wurde auf die Musik gelegt. Sechs Musiker und Komponisten haben jeder für sich eine dieser Geschichten auf ganz unterschiedliche Weise vertont und unterstützen damit die jeweilige Grundstimmung der Geschichten enorm. Somit ist „Die Messerkönigin“ das genaue Gegenteil von dem vor kurzen besprochenem Lovecraft-Hörbuch „Berge des Wahnsinns“. Wo dort die Musik störend war, fügt sie sich hier hervorragend ein und erschafft, wie bei einem Film, gleich die richtige Atmosphäre.

    Auch die Mischung fand ich sehr interessant und gut zusammengestellt. Zwei lustige, eine grusligere und drei nachdenkliche Geschichten. Die einzige Selektion, die ich auf die Schnelle ohne wirkliche Kenntnis des Buches sehen konnte ist, daß man sich beim Hörbuch auf die Geschichten beschränkt hat, welche sich zu unserer Zeit ansiedeln. Sobald ich das Buch gelesen hab, werde ich dazu an passender Stelle noch näher darauf eingehen.

    Um es zusammenzufassen: Gerne hätte ich sämtliche Kurzgeschichten aus dem Buch gehört, aber auch diese kleine Auswahl weiß voll zu überzeugen. Wer eine bunte Mischung mag, die alle gemein haben, daß sie etwas surreal sind, der ist hier sehr gut aufgehoben.

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s auch bei Audible zum download:
    Die Messerkönigin

    Oder bei Hördeutsch.de als CD:
    Die Messerkönigin

    Hörprobe und weitere Infos findet Ihr HIER auf der Audible-Seite!

  • Pavor – Florian Bald

    Pavor – Florian Bald

    Die Hörspiele sind in diesem Blog ziemlich dünn gesät, obwohl ich diesen früher mehr gefrönt habe als Hörbüchern. Aber langsam schleichen sie sich wieder in meinen CD Player. Dieses Mal in Form von „Pavor“, welches ich von Hoerdeutsch.de bekommen hab. Vielen Dank auch an dieser Stelle an die netten Leute des Online-Shops. =)

    Titel: Pavor
    Autor: Florian Bald
    Sprecher: Oliver Rohrbeck, Margit Bendokat, Jürgen Thormann, u.a.
    Genre: Mystery
    Lauzeit: 01 Std. 08 Min. (ungekürzt)

    Verlag: Lauscherlounge
    Erschienen: 2010

    Preis: € 8,95 Download / €9,95 CD

    Zur Story: Pavor:
    1. Lateinischer Begriff „Die Angst“
    2. Ausdruck in der Psychiatrie für Alpträume und plötzlichem, angsterfülltem Erwachen. Vorwiegend bei Kindern, ist aber auch bei Erwachsenen anzutreffen.
    3. Fiktives ukrainisches Dorf, welches im Hörspiel „Pavor“ eine bedeutende Rolle spielt.

    Alexander erwacht schweißgebadet aus einem Alptraum. Bei einem Telefonat erfährt der gebürtige Ukrainer, der nun schon seit einigen Jahren in Deutschland lebt, daß sein Onkel gestorben ist. Seine Mutter überredet ihn, zur Beerdigung zu kommen, was er aber nur sehr widerstrebend tut. Er hat kein sehr gutes Verhältnis zu seiner Verwandschaft.

    In der Ukraine angekommen gibt es ein Platzproblem und nach einigen unangenehmen Vorfällen willigt Alexander ein, im Haus des Verstorbenen zu nächtigen, obwohl dessen Leichnahm dort noch immer in seinem Schlafzimmer aufgebahrt ist. Auf dem Weg dorthin beginnt er jedoch diesen Entschluß zu bereuen. Und das unheimliche Zusammentreffen mit der alten „Tante“ Luna, ist nur der Beginn einer für Alexander alles verändernden Nacht…

    Sprecher: Man möge mir verzeihen, daß ich nicht auf alle Sprecher einzeln eingehe. Umfassend läßt sich sagen, daß alle Beteiligten sehr gut gewählt wahren und sogar die kleinste Nebenrolle sehr gut besetzt war. Und mit Oliver Rohrbeck in der Hauptrolle wurde eindeutig der Richtige gewählt.

    Die beste Stelle des Hörspiels für mich war der Part mit Jürgen Thormann. Seine Stimme dürfte jeder kennen. Ian McKellen, Dick van Dyke, Michael Caine und Peter O’Toole sind nur eine Auswahl an Schauspielern, von seinen eigenen Rollen und den Hörbüchern / -spielen ganz zu schweigen. Und weil im Hörspiel Oliver Rohrbeck mitspricht möchte ich hier nicht unerwähnt lassen, daß man ihn auch des öfteren bei den drei ??? hören durfte.

    Der bunte Reigen an tollen Stimmen schafft es sehr schnell, den Zuhörer zu fesseln und auf die leider sehr kurze, dafür aber intensive Reise mitzunehmen.

    Fazit: Pavor ist ein Kurztrip in eine Gänsehaut-Geschichte. Und sie nutzen die kurze Zeit sehr gut aus. Durch meine eigenen Versuche, Geschichten zu erzählen (in meinem Falle Webcomics), weiß ich wie schwer es ist, sich kurz zu fassen.

    Schwierig sind nicht die langen Epen, sondern die kurzen und knackigen Storys. Eben jene, bei denen man bei jedem Wort überlegen muß, ob man das braucht. Wo man die Handlung ohne Schnörkel voranpeitscht, ohne den Leser / Zuhörer zu verlieren. Für lange Erklärungen oder etwas Revue passieren zu lassen ist in solchen Geschichten kein Platz. Alles muß an der richtigen Stelle sein. Und es ist schön, daß sich manche eben das noch trauen.

    Das Hörspiel ist nur ein wenig Länger als eine Stunde, man kann also keine großen Mysterien erwarten. Es ist ein kurzes Eintauchen in ein Geheimnis, das Alexander und Pavor verbindet. Ein kurzes Gruseln, dann schnell wieder vorbei ist. Es macht Hunger auf mehr. Ich möchte es nicht mit Fast Food vergleichen, denn im Gegensatz dazu, hallt Pavor noch lange nach dem letzten Ton in einem nach. Der Hunger, der bleibt, ist der nach ebenso gut gemachten weiteren Werken, der nach jeder guten Geschichte bleibt.

    Ich hoffe, daß aus dem Hause Lauscherlounge noch des öfteren solche Perlen heraus kullern, die man in einer kreativen Pause genießen kann. Mysterie-Fans sehr zu empfehlen, auch jenen, die mit Hörbüchern / -spielen nichts anfangen können, weil sie ihnen zu lang sind.

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s bei Hoerdeutsch.de als CD: Pavor
    Hörprobe und weitere Infos findet Ihr HIER auf der Hoerdeutsch.de Seite!

    Und bei Audible zum download:
    Pavor

    Mit Hörprobe und weiteren Infos HIER auf der Audible-Seite!

  • Diner des Grauens – A. Lee Martinez

    Diner des Grauens – A. Lee Martinez

    Willkommen zur 23. Hörbuchrezension. Nun, der Zahl entsprechend müßte ich jetzt wohl ein vor Verschwörungstheorien überquellendes Werk präsentieren, in dem die Illuminaten ihre Weltherrschaft ausbauen und geheime Organisationen sich um die Reste prügeln. FNORD!

    Nur, zum Einen gibt es die „Illuminatus!“-Bücher (nicht Illuminati von Dan Brown) leider nicht als deutsches Hörbuch und auf englisch ist es mir ehrlich gesagt, zu verwirrend und zum Anderen schlagen Verschwörungen immer dann zu, wenn man es am wenigsten erwartet, oder? Also nicht bei der 23. Rezension. Darum wartet der Verschwörungskracher wohl noch auf den richtigen Zeitpunkt, mich anzuspringen. Falls ihr Tipps oder Vorschläge habt, nur her damit.

    Aber ich habe einen würdigen Ersatz gefunden. Mit „Diner des Grauens“ von A. Lee Martinez gibt es eine Horror-Komödie der schrägen Art auf die Ohren, auch wenn mir die versprochenen singenden Yucca-Palmen aus der Beschreibung irgendwie entgangen sind.

    Titel: Diner des Grauens
    Autor: A. Lee Martinez
    Sprecher: Oliver Rohrbeck
    Genre: Horror-Komödie
    Lauzeit: 07 Std. 34 Min. (ungekürzt)

    Verlag: Lauscherlounge
    Erschienen: 2008

    Preis: € 13,95 (Flexi-Abo: € 9,95)

    Zur Story: Es ist Nacht. Duke und Earl brettern mit ihrem alten Pick Up durch die staubige Einöde Nahe der mexikanischen Grenze. Da der Magen von Duke ebenso leer ist wie der Tank des Wagens machen sie in einem kleinen verschlafenen Nest namens Rockwood vor einem schäbigen Diner halt. Noch ahnen sie nicht, daß dies nicht bloß ein kleiner Zwischenstop auf ihrer ziellosen Fahrt ist.

    Bereits die erste Mahlzeit im „Gil´s All Fright Diner“ wird von einer Horde Zombies unterbrochen, die sich auf die neuen Besucher stürzen. Doch sind diese nicht so wehrlos, wie es den Anschein hat. Oder im Fall von Earl, nicht so leicht umzubringen. Denn hinter Dukes fettem Schwabelbauch verbirgt sich die rasende Kampfmaschine eines Werwolfs und Earl ist immerhin ein Vampir. Loretta, die Besitzerin und einzige Angestellte im Diner nimmt sowohl das eine als auch das andere mit erstaunlicher Gelassenheit hin.

    Bereits nach kurzem Nachfragen erfahren Duke und Earl, daß solche Vorkommnisse in Rockwood fast schon alltäglich sind. Der Friedhof des Ortes liegt nur quer über die Straße und das Diner scheint auf die Leichen eine besondere Anziehungskraft zu besitzen. Seltsam ist nur, daß schon 3 mal soviele Hirnfeinschmecker von dort herüber gewankt sind, als dort eigentlich begraben lagen.

    Da die Gemeinschaftskasse leer ist und sie sich mit dem Übernatürlichen auskennen, bieten Duke und Earl an, sich darum zu kümmern. Damit stellen sie sich aber ohne es zu wissen zwischen das Diner und einer Person mit großer Macht und wenig Skrupel. Und schon bald sind Zombiekühe das geringste Problem, dem sie sich stellen müssen…

    Sprecher: Oliver Rohrbeck hat mit „Diner des Grauens“ das Erstlingswerk von A. Lee Martinez gekonnt eingesprochen. Die stark überbetonten Charaktere, welche bei einer ernsten Geschichte unpassend geklungen hätten, führen hier den Humor nur konsequent weiter. Das Wortkarge knurren von Duke, das leicht quengelige Lamentieren von Earl, alle Charaktere wurden auf überspitzte Art dargestellt. Es könnte sein, daß es dem einen oder anderen zuviel des Guten ist, mir persönlich hat es aber sehr gut gefallen. Der Humor von „Diner des Grauens“ ist nicht subtil und da wäre in meinen Ohren ein gemässigterer Vortrag unpassend gewesen.

    Oliver Rohrbeck ist der Gründer des Labels Lauscherlounge, daß 2003 das Licht der Welt erblickt hat. Das Steckenpferd der Lauscherlounge sind die Live-Lesungen, die sie hauptsächlich in Berlin, aber immer wieder auch im Rest der Bundesrepublik veranstalten. Leider durfte ich eine solche noch nicht live erleben, hab aber schon Aufnahmen von David Nathan gemeinsam mit Simon Jäger gesehen. Eine solche Lesung steht ganz weit oben auf der Liste der Dinge, die ich gerne demnächst erleben würde. Aber auch mit den Hörbüchern und Hörspielen können sie sich sehen lassen und die beiden Martinez Hörbücher waren bestimmt nicht das Letzte, was ich von ihnen durchgelauscht habe. Allein schon wenn ich die Liste an Künstlern durchlese, die für Lauscherlounge lesen, kribbeln meine Ohren vor freudiger Erwartung.

    Fazit: A. Lee Martinez hat mich mit „Der automatische Detektiv“ mehr als neugierig gemacht und mit „Diner des Grauens“ nun entgültig als Fan gewonnen. Zwar hab ich damit in der falschen Reihenfolge gelauscht, wenn man bedenkt, daß das Diner sein Erstlingswerk war, aber da beide Geschichten nichts miteinander zu tun haben, ist das auch egal. Ich bin schon sehr gespannt, was als nächstes kommt. Beide Romane würden genügend Stoff für eine Fortsetzung bieten, haben aber beide ein passendes Ende um sie so stehen zu lassen. Auch scheint es so, als würde es keine Nachfolger geben, jedenfalls sind die bisher erschienen Bücher alle für sich allein stehende Werke. Aber ich lasse mich einfach mal überraschen.

    Ich habe mir die schön gestaltete CD-Pappbox bei hördeutsch.de geholt, da die Lauscherlounge im Februar das „Label des Monats“ war und die 6 CDs fast genauso viel wie der Download gekostet haben. Leider gab es kein Booklett, was mir schon etwas gefehlt hat. Ich hab immer gern was zum drin rumblättern in Händen. Aber das war nur ein kleiner Wehmutstropfen, denn der Rest des Hörbuchs konnte mich voll überzeugen.

    Wer also auf Horror in Kombination mit Humor steht und die eine oder andere explizite Szene, sowohl was Gewalt als auch Sex angeht, vertragen kann, der sollte sein nächstes Menü im „Diner des Grauens“ bestellen.

    Ich wünsche einen guten Appetit!

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s auch bei Audible zum download:
    Diner des Grauens

    Oder bei Hördeutsch.de als CD:
    Diner des Grauens

    Hörprobe und weitere Infos findet Ihr HIER auf der Audible-Seite!

  • Tod auf dem Nil – Agatha Christie

    Tod auf dem Nil – Agatha Christie

    Ich fröne mal wieder meiner Agatha Christie Leidenschaft und stelle hier das nächste Hörbuch vor. Bei den Rezensionen habe ich keine bestimmte Reihenfolge nach der ich vorgehe und normalerweise macht das auch keinen großen Unterschied. In dieser Geschichte wird aber auf zwei frühere Romane verwiesen. Das ist aber nur ein kleiner Bonus für die, die diese schon kennen. Allen anderen geht dadurch nichts verloren. Zum einen tritt Colonel Race, ein alter Bekannter aus „Mit offenen Karten“, wieder auf und zum anderen verweist Hercule Poirot an einer Stelle auf einen Vorfall, der im „Mord im Orientexpress“ geschehen ist. Letzteres ist aber nur ein sehr kleiner Spoiler. Die beiden hier erwähnten Hörbücher stehen schon bereit als eine der nächsten Krimis hier besprochen zu werden.

    Titel: Tod auf dem Nil
    Autor: Agatha Christie
    Sprecher: Thomas M. Meinhardt
    Genre: Krimi
    Lauzeit: 03 Std. 17 Min. (gekürzt)

    Verlag: Der Hörverlag
    Erschienen: 2003

    Preis: € 6,95

    Zur Story: Hercule Poirot ist ein neugieriger kleiner Mann. Es ist ihm alles andere als unangenehm, wenn er „zufällig“ Gespräche mit anhört. Unhöfliche Zeitgenossen könnten sogar soweit gehen zu behaupten, das der belgische Detektiv gerne lauscht. Und so kommt es, daß er in einem Restaurant das Gespräch eines frisch verliebten jungen Pärchens mitanhört. Und schon zu diesem Zeitpunkt, ohne das er es ahnt, wird er in seinen nächsten Fall hineingezogen.

    Einige Zeit später trifft Hercule Poirot eben dieses Pärchen in Ägypten wieder, als er dort gerade Urlaub macht. Doch dieses Mal in einer anderen Konstellation. Der Mann, Simon Doyle, ist mittlerweile mit der reichen Linnet Ridgeway verheiratet und die Frau, Jacqueline de Bellefort, früher eine Freundin von Linnet, verfolgt das Ehepaar nun, um ihnen das Leben schwer zu machen.

    Die Lage spitzt sich zu, als Linnet und Simon im geheimen eine Schiffsreise planen, Jacqueline aber eben auf diesem Schiff auch wieder auftaucht. Im begrenzten Raum des Nildampfers ist eine Konfrontation unvermeindlich und schließlich ist Linnet nur die Erste, welche Tot aufgefunden wird. Doch jeder vermeindliche Täter hat ein hieb- und stichfestes Alibi. Nun sind die grauen Zellen des Meisterdetektivs gefragt, diesen gordischen Knoten zu entwirren…

    Sprecher: Thomas Meinhardt hat eine sehr angenehme Stimme. Man merkt ihm die Schauspiel- und Theatererfahrung an, auch wenn er mir am Anfang etwas zu dick bei den verschiedenen Sprechweisen aufträgt. Manche Charaktere bekommen einen sehr starken Eigenklang, was zu Beginn eher störend wirkt.

    Jedoch hat die Geschichte eine große Fülle an verschiedenen Charakteren zu bieten, die sich so schneller von einander unterscheiden lassen. Denjenigen, die Hörbücher gerne nebenbei hören, kommt diese Art der Charakterdarstellung sehr entgegen. Ich selber mußte mich erst einmal reinhören und vor allem mit den Frauenrollen hatte ich am Anfang etwas meine Probleme.

    Ich hatte es in einer früheren Rezension schon mal angesprochen, damals aber in Hinblick auf weibliche Sprecher und Männerrollen, die manchmal ungewollt komisch klingen. In diesem Fall habe ich nun einen männlichen Sprecher, bei dem die weiblichen Charakere nicht ganz in mein Ohr hinein wollten.

    Spätestens aber nach der ersten Hälfte der ersten CD hatte ich mich an die Vortragsweise gewöhnt und wie schon oben angedeutet, konnte ich so auch leichter den Überblick über die verschiedenen Charaktere bewahren. Auch hatte ich das Gefühl, daß Thomas Meinhardt mit der Zeit die Überbetonung etwas zurück nahm.

    Fazit: „Tod auf dem Nil“ ist eine sehr spannende Krimigeschichte in typischer Agatha Christie Manier. Dieses Mal blickt der Zuhörer direkt über die Schulter des kleinen Belgiers und nicht, wie bei der letzten Rezension, über die eines Begleiters. Dennoch findet Poirot in Colonel Race einen geduldigen Zuhörer für seine Schlußfolgerungen, was es dem Zuhörer ermöglicht, mit den Gedanken des Detektivs Schritt zu halten.

    Die Geschichte wurde mittlerweile zweimal verfilmt, 1978 mit Sir Peter Ustinov und 2004 mit David Suchet als Hercule Poirot und Agatha Christie hat daraus 1947 auch ein Theaterstück gemacht.

    Für Krimifans der alten Schule empfehlenswert, auch wenn ich mich an den Sprecher erst einmal gewöhnen mußte. Da am Besten die Hörprobe nutzen und einfach mal reinlauschen.

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s auch bei Audible zum download:
    Tod auf dem Nil

    Oder bei Hördeutsch.de als CD:
    Agatha Christie – Tod auf dem Nil

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