Schlagwort: Hörbücher und -spiele

  • Sprach der Rabe… – Podcast

    Sprach der Rabe… – Podcast

    Ab heute geht der „Sprach der Rabe…“ – Podcast offiziell auf Sendung. Für alle, die noch nicht wissen, worum es sich dabei handelt, ich stelle die geschriebenen Rezensionen in Audioform mit einer Hörprobe des jeweiligen Hörbuchs oder Hörspiels am Ende zum lauschen online. Wer mehr wissen möchte, dem empfehle ich die Null-Nummer des Podcasts. Und erstmal werde ich die bereits geschriebenen Rezensionen aufholen. Später werden dann beide Versionen Zeitgleich veröffentlicht, sofern ich für den Podcast vom jeweiligen Verlag eine Hörprobe zur Verfügung gestellt bekomme.

    Also nicht wundern, wenn es nicht zu jedem Blogposting eine MP3 gibt. Ich möchte mit dem Ganzen auf der rechtlich sicheren Seite bleiben und dazu gehört, daß ich eine Genehmigung von den Verlagen für die Hörproben brauche. Auch kann ich nicht einfach irgend eine Stelle aus dem Werk verwenden, sondern bekomme diese gestellt. Ich war sehr froh, mit Herrn Kayser von Hördeutsch.de einen Mittelsmann an meiner Seite zu haben, der für mich bei den Verlagen angefragt hatte. Vielen Dank auch an dieser Stelle für die tolle Unterstützung.

    Ein „Antrag“ bei iTunes wurde gestellt, die Freischaltung läßt derzeit aber leider noch auf sich warten. Ansonsten kann der RSS-Feed auch per Hand in iTunes eingefügt werden und zwar unter Erweitert => Podcast hinzufügen und dort dann „http://www.papa-rabe.de/podcast/sprach_der_rabe-podcast.rss“ einfügen.

    Ansonsten bin ich leider noch ein extremer Neuling, was RSS- und Podcast-Erstellung und Verbreitung anbelangt. In das Thema arbeite ich mich demnächst noch etwas intensiver ein und hoffe dann, Euch noch etwas angenehmere Wege zu den Folgen anbieten zu können.

    Hier aber schon mal eine kleine Linkliste:
    RSS-Feed: http://www.papa-rabe.de/podcast/sprach_der_rabe-podcast.rss
    Die Null-Nummer: http://www.papa-rabe.de/podcast/sprach_der_rabe-nr0.mp3
    Und dann gabs keines mehr – Agatha Christie: http://www.papa-rabe.de/podcast/sprach_der_rabe-nr1.mp3

    Einen genauen Veröffentlichungsrhytmus wird es wahrscheinlich nicht geben, da es auch immer davon abhängt, wann ich grundsätzlich eine neue Rezension schreiben kann. Ich peile aber mindestens eine Folge alle 2 Wochen an, vielleicht sogar jede Woche.

    Dann bleibt mir nur noch viel Spaß mit dem Podcast zu wünschen und man hört sich.

    Euer Papa Rabe w^v^w

  • Winterkartoffelknödel – Rita Falk

    Winterkartoffelknödel – Rita Falk

    Mit dieser Rezension wende ich mich heimatlichen Gefilden zu. Wie hat einst ein weiser Philosoph gesagt! „Aus meiner niederbayerischen Heimat Niederbayern! Freiheit für Niederbayern!“ Und Fredl Fesl muß es ja wissen.

    Titel: Winterkartoffelknödel
    Autor: Rita Falk
    Sprecher: Christian Tramitz
    Genre: Bayerischer Regionalkrimi
    Lauzeit: 05 Std. 03 Min. (gekürzt)

    Verlag: Audio Verlag
    Erschienen: 2010

    Preis: € 13,95 (Flexi-Abo: € 9,95)

    Zur Story: Eigentlich führt Franz Eberhofer, seines Zeichens Polizist im beschaulichen (fiktiven) nierbayerischen Dörfchen Niederkaltenkirchen, ein ruhiges Leben. Viel passiert nicht. Da ist es daheim schon aufregender. Wenn aus dem Schallplattenspieler vom Papa laut die Beatles schallen oder die fast taube Oma zum Essen brüllt, dann ist schon mehr geboten, als es das gesamte niederkaltenkirchener Verbrechen könnte. Und nach dem Essen gibt es noch die Runde mit seinem Hund Ludwig zum Wirt auf ein Bier oder zwei.

    Doch als plötzlich eine sehr ansehnliche Dame ins Dorf zieht, gerät nicht nur beim Dorfpolizisten das Blut in Wallung. Fast ist es schon eine gemeine Ablenkung, daß ein Baustellenunfall ein Leben fordert. Nicht das erste in der Familie und die beiden vorherigen waren auch nicht gerade alltäglich. Aber die Neuhofers sterben nun mal nicht wie normale Leute.

    Dann aber beginnt sich der polizeiliche Instinkt einzuschalten. Etwas stimmt nicht und die trügerische Idylle bekommt erste Risse. Franz packt seinen Hund Ludwig und beginnt zu ermitteln. Auf seine Weise…

    Sprecher: Bei Christian Tramitz geht es mir genau umgekehrt wie mit Oliver Kalkove. Als Schauspieler ist er nicht so mein Fall, aber als Sprecher konnte er mich sehr schnell gewinnen. Vielen dürfte es wie mir gehen, der ich Christian Tramitz als erstes in der Bully Parade gesehen habe. Und spätestens mit seiner Rolle als Ranger in „Der Schuh des Manitu“ dürfte ihn auch der Rest Deutschlands kennen gelernt haben. Aber die Stimme war tatsächlich das Erste, womit seine Karriere begann und zwar beim Münchner Radiosender „Radio Gong“. Dort traf er auch auf Michael „Bully“ Herbig und der Rest ist Geschichte.

    Was ich sehr an Christian Tramitz als Sprecher schätze, ist die typische „bayerische“ Art. Nicht nur der Dialekt, sondern einfach die ganze Art und Weise, wie sich Franz Eberhofer gibt, klingt natürlich. Die verschiedenen Charaktere werden durch kleine Unterschiede in Sprachmelodie und Ausdruck wiedergegeben und haben einen guten Wiedererkennungswert.

    Und wenn dem Dorfpolizist ein „Scheiße“ entfährt, dann ist es kein ordinäres Gefluche, was mich in vielen deutschen Produktionen oft stört und das wohl das amerikanische „Fuck“ selbst in Eigenproduktionen ersetzen soll, sondern ein resigniertes Dampfablassen mit einem sanften „ß“, daß sich meistens in einem ganzen Satz versteckt.

    Fazit: Das war also der erste Teil der Abenteuer rund um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer. Der Krimi ist herrlichst skurril mit schrägen Charakteren und einem Kriminalplot, der eher im Hintergrund passiert. Kein blutiger Ritualmord, hinter dem eine ganze Hunderschaft herjagt. Statt dessen konzentriert sich die Geschichte auf die Personen und deren Handlungen und Beziehungen untereinander. Dadurch gewinnt die Geschichte an Farbe und hebt sich für mich aus der Masse der Krimis heraus.

    Vor allem die Sprache der Geschichte hat mir sehr gut gefallen. An Hand bildlicher Umschreibungen werden Charakterzüge oder Äußerlichkeiten schön beschrieben. So vergleicht Franz an einer Stelle eine Frau mit einer Traube, die mit den Jahren zu einer Rosine wird, worauf er auch immer wieder gerne zurück greift. „Naja, sie is halt a Rosine!“ Auch die Namensgebenden Winterkartoffelknödel kommen mit ins Repertoire. Letztere sind durch Verwendung von winterlichen Kartoffeln wohl etwas heller als ihre restlichen Verwandten.

    Aber Vorsicht! Franz Eberhofer ist kein Saubermann. Keiner, den man rund um mögen wird. Zum einen hat er einen ordentlichen Knacks weg. Aber das ist man von den meisten Helden neuer Zeit schon gewohnt. Aber als typischer bayerischer Querkopf ist er in nicht gerade geringem Maße Xenophob, hat also deutliche Vorurteile gegen Ausländer und das Ausland fängt hinter der bayerischen Grenze an. Mir hat an dieser Stelle das Spielen mit diesen Vorurteilen etwas gefehlt. Eben das er auch falsch liegen kann und seine Ansichten mal auch revidieren muß. Da hoffe ich auf die folgenden Romane (oder besser gesagt auf die Hörbücher davon).

    Ich werde mir wohl auch noch das Buch holen, denn die Rezepte zu allen von der Oma gekochten Gerichte sind dort im Anhang enthalten und als kleiner Hobbykoch der hausmännischen Küche muß ich einfach zuschlagen.

    Und nach so vielen Worten nochmal kurz zusammengefaßt: Winterkartoffelknödel ist ein lustig-skurriler Regionalkrimi aus Bayern, der aber auch für Nicht-Dialektsprecher keine Schwierigkeit darstellen dürfte. Wer Krimis mit einem Augenzwinkern und viel „Fleisch“ um den Mordplot mag, der sollte unbedingt reinhören. Ich freu mich schon auf den nächsten Teil.

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s auch bei Audible zum download:
    Winterkartoffelknödel

    Oder bei Hördeutsch.de als CD:
    Winterkartoffelknödel

    Hörprobe und weitere Infos findet Ihr HIER auf der Audible-Seite!

  • Krimi Klassiker 1: Das indische Tuch – Edgar Wallace

    Diese Rezension gibt es auch als Podcastfolge HIER zu hören.

    Erst die Schüsse: PENG PENG PENG PENG PENG! RATTATTATA! Dann die verzerrte Stimme: „Hallo! Hier spricht Edgar Wallace!“ Und dann die psychedelische Musik! Was habe ich als Jugendlicher diese Filme geliebt. Und nun liegt „Das indische Tuch“ als Hörspiel vor mir. Ob es mich auch so fesseln kann, wie die alten s/w Filme? Die Sprecherliste liest sich jedenfalls schon mal sehr vielversprechend. Mal reinhören.

    Titel: Krimi Klassiker 1 – Edgar Wallace – Das indische Tuch
    Autor: Edgar Wallace / Marc Gruppe (Hörspielfassung)
    Sprecher: Dagmar vom Kurmin, Christian Rode, Manja Doering, Dörte Lyssewski, u.a.
    Genre: Krimi
    Laufzeit: 02 Std. 03 Min. (gekürzt)

    Verlag: Titania Medien
    Erschienen: 2003

    Zur Story: Im alten Schloss Marks Priory gehen seltsame Dinge vor sich. Die herrische Lady Lebanon und ihr unterwürfiger Sohn, ein zwielichtiger Arzt, ein amerikanischer Butler und noch einige mehr bereiten die Bühne für ein mörderisches Schauspiel. Wenig später wird ein Toter aufgefunden, mit einem indischen Tuch erwürgt. Scotland Yard nimmt die Untersuchungen auf, doch können sie den Mörder rechtzeitig fassen und somit weitere Morde verhindern?

    Sprecher: Die Sprecherriege ist durch die Bank hochkarätig besetzt. Zwar hat mich Titania Medien erst vor kurzem als neuen Hörer gewonnen, aber erstes Stöbern auf deren Seite und im Verlagsprogramm zeigt recht deutlich, daß ich die Stimmen wohl noch öfters zu hören bekomme. Und bei solch tollen Sprechern freue ich mich schon sehr darauf.

    Da wäre zum Beispiel Dörte Lyssewski, die viele unter anderem als die deutsche Stimme von Galadriel (Cate Blanchett) aus „Der Herr der Ringe“ kennen dürften.

    Oder Christian Rode, der schon Christopher Lee, Michael Caine, David Carradine, aber auch Caesar in den „Asterix“-Zeichentrickfilmen und noch viele andere synchronisiert hat. Ach ja, seit einigen Jahren ist er auch die Stimme von Bert aus der Sesamstraße.

    Dagmar von Kurmin ist schon ein alter Hase im Hörspiel-Bereich und das nicht nur als Sprecherin, sondern auch als Regisseurin und Hörspiel-Autorin.

    Ich könnte jetzt allein bei den genannten noch einige Absätze weit schwärmen, ganz zu schweigen von den noch fehlenden, aber ich möchte hier nicht weiter abschweifen. Da ich wie schon geschrieben die Hörspiele von Titania Medien noch weiter ergründen möchte, werde ich noch öfters die Gelegenheit haben, über die Sprecher zu schreiben und dann möchte ich mir dafür noch ein wenig Stoff aufheben.

    Fazit: Wenn ich mich an die alten Edgar Wallace Filme erinnere, dann sind das Krimis mit einem doch sehr deutlichen Augenzwinkern. Eddi Arent war stets ein Garant für lustige Einlagen und Klaus Kinskis psychopatische Charaktere brachten auf seine ganz eigene Weise den ersehnten Gruselschauer. Das Hörspiel hat diese Leichtigkeit nicht. Der Grundton ist ernster gehalten, aber in sich stimmig. Wer eine Vertonung der Filme erwartet, ist hier also falsch. Wer ein sehr gutes Krimihörspiel mit tollen Sprechern, passender Musik und Atmosphäre möchte, dem kann ich nur empfehlen in „Das indische Tuch“ reinzuhören.

    Als kleiner Geschichts-Fan möchte ich hier die Gelegenheit noch schnell nutzen auf eine mörderische Bruderschaft zu verweisen, die wahrscheinlich für diese Geschichte Pate gestanden hat. Im Hörspiel gibt es zwar keinen Verweis darauf, der Film ist schon zu lange her und das Buch habe ich nicht gelesen, aber die Paralellen sind einfach zu auffällig. Und zwar gab es in Indien bis Anfang des 19. Jahrhunderts eine Banditenorganisation, deren Mitglieder vorwiegend ihre Opfer mit Tüchern erdrosselt haben: Die Thuggee oder Thugs, was ursprünglich „Betrüger“ oder „Täuscher“ heißt. Seit dem 13. Jahrhundert haben sie durch Mord und Raub Indien unsicher gemacht und waren damit die wohl älteste Verbrecherorganisation der Welt. Da indische Tücher als Mordwaffe eher selten sind, dürften die Thugs wohl als Ideenquelle gedient haben.

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s auch bei Hördeutsch als Doppel-CD:
    Krimi Klassiker 1 – Edgar Wallace – Das indische Tuch

    Hörprobe und weitere Infos findet Ihr HIER auf der Hördeutsch-Seite!

    Die Rezensionen werden auch als Podcast mit offizieller Hörprobe veröffentlicht.
    Zufinden unter: http://papa-rabe.de/podcast/sprach_der_rabe-podcast.rss
    Oder bei ITunes: http://itunes.apple.com/de/podcast/sprach-der-rabe…-rezensionen/id453820845

  • Go the F–k to Sleep – Adam Mansbach

    Go the F–k to Sleep – Adam Mansbach

    Das folgende Hör“buch“ (bei 6 Minuten ungekürzter Laufzeit ist Buch vielleicht etwas hoch gegriffen) dürfte vor allem für Eltern mit Humor geeignet sein. Eben für diejenigen unter meinen Lesern, die schon mal am Bett des lieben kleinen Wonneproppens gesessen sind und verzweifelt nach dem Ausschalter gesucht haben. Wo verstecken die Kleinen nur ihre Duracell Batterien? Und warum mobilisieren sie ausgerechnet zur Schlafensgehenszeit ihre ganze Kraft und ihren Erfindungsreichtum um noch ein paar Minuten wach zu bleiben? Die Empfehlung geht an alle raus, die sich auch schon mal gedacht haben: „Please! I love you, but go the f–k to sleep!“

    Titel: Go the F–k to Sleep
    Autor: Adam Mansbach
    Sprecher: Samuel L. Jackson
    Genre: English – Comedy
    Lauzeit: 00 Std. 06 Min. (ungekürzt)

    Verlag: Audible, Inc.
    Erschienen: 2011

    Preis: € 0.00

    Zur Story: Die Geschichte ist schnell erzählt! Ein Vater bringt seine Tochter ins Bett! Keine große Aufgabe möchte man meinen, bis zu dem Zeitpunkt, wo man selber Vater oder Mutter geworden ist und nun die selbe Aufgabe bewältigen soll. Viel Erfolg und gute Nerven!

    Sprecher: Samuel L. Jackson dürfte jedem bekannt sein. Egal ob als über Burger philosophierender Killer in Pulp Fiction, Jedimeister Mace Windu oder eine seiner vielen anderen Rollen. Seine Stimme hingegen dürfte den meisten eher nicht präsent sein. Aber sie ist wirklich hörenswert. Samuel L. Jackson erzählt zu Beginn des Hörbuchs davon, daß er die beschriebene Situation nur zu gut selber kennt und genau das hört man auch heraus. Eben dieses ambivalente Gefühl zwischen absoluter Zuneigung und purer Verzweiflung.

    Selbst Englischmuffeln kann ich die Geschichte empfehlen. Es ist sehr leicht zu verstehen und bei dem Preis von 0 € kann man wirklich nichts falsch machen.

    Fazit: Adam Mansbach hatte eigentlich nur einen kleinen Scherz gemacht, als er nach einer „zu Bett geh“-Odysee in Facebook gepostet hatte, daß er als nächstes das Buch „Go the f–k to sleep“ schreiben werde. Die Resonanz darauf war aber so groß, daß er dann 14 kurze Vierzeiler schrieb.

    Erst war nur eine kleine Auflage von 10 000 Exemplaren geplant, die im Oktober 2011 erscheinen sollte. Dann machte sich aber eine Raubkopie des Buches auf den Weg in die unendlichen Weiten des Internets. Und allen Jammertriaden von Medienkonzernen zum Trotz, wurde damit nicht das Ende des Projekts besiegelt (denn nun hatte ja jeder kostenlos Zugriff und bräuchte das Buch ja nicht mehr zu kaufen). Statt dessen stürmte das Werk allein durch Vorbestellungen bei Amazon die amerikanische Bestseller-Liste und erreichte Platz 1.

    Das Buch ist diesen Monat dann mit einer Auflage von 225 000 Exemplaren erschienen, Samuel L. Jackson hat es eingelesen und die Filmrechte sind auch schon verkauft.

    Eine deutsche Version des Buches ist auch schon erschienen. Von „Verdammte Sch—e, schlaf ein“ kenne ich nur den Titel und einen Reim. Ich muß aber gestehen, daß die Übersetzung von „Go the f—k to sleep“ mir nicht so taugt. Das ist aber Geschmackssache.

    Vielleicht nochmal kurz auch hier geschrieben. In wie weit Kinderlose „Go the f—k to sleep“ lustig finden, kann ich nicht beurteilen, aber als jemand, der solche Erlebnisse auch schon des öfteren gehabt hat, kann ich mich darüber herrlichst amüsieren. Was man mitbringen muß, ist ein gesundes Maß an Abstand. „Go the f—k to sleep“ ist kein Erziehungsratgeber und auch Nichts, was man all zu Ernst nehmen sollte.

    Es ist die Verbalisierung jener Verzweiflung, die man nur fühlt, wenn grenzenlose Liebe zum eigenen Kind auf pure Verzweiflung trifft, weil man endlich mal Ruhe haben möchte. Jeden anderen würde man in diesen Minuten und Stunden einfach aus dem Fenster werfen und dann auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren, aber beim eigenen Kind kommt einem dieser Gedanke nicht. Statt dessen denkt man sich nur „Go the f–k to sleep!“ und liebt sie einfach weiter.

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s auch bei Audible zum download:
    Go the F–k to Sleep

    Hörprobe und weitere Infos findet Ihr HIER auf der Audible-Seite!

  • Testmarkt (Der letzte Detektiv 1) – Michael Koser

    Testmarkt (Der letzte Detektiv 1) – Michael Koser

    Wußtet Ihr, daß der Euro schon 1985 erfunden wurde? Und zwar von Michael Koser, Autor der bereits besprochenen Hörspielreihe „Prof. Dr. Dr. Dr. Van Dusen“. Nach dem der gerade genannte Amateurkriminologe, auch genannt die Denkmaschine, sein Ende im Radio feierte, trat an seine Stelle Jonas, „Der letzte Detektiv“, eine Sci-Fi Film Noir Hörspielserie, die 40 Folgen lang im Bayerischen Rundfunk zu hören war. Zieht Euren Trenchcoat enger und den Schlapphut tief ins Gesicht, denn jetzt geht es in die schmutzig korrupte Metropole Babylon.

    Titel: Testmarkt (Der letzte Detektiv 1)
    Autor: Michael Koser
    Sprecher: Bodo Primus, Karin Anselm, Joachim Wichmann
    Genre: Sci Fi / Krimi / Noir
    Lauzeit: 00 Std. 49 Min. (ungekürzt)

    Verlag: Der Hörverlag
    Erschienen: 1984 / 2006

    Preis: € 10,95 (Flexi-Abo: € 9,95)

    Zur Story: Jonas ist der letzte Detektiv in der Metropole Babylon, vielleicht sogar auf der ganzen Welt. Wir schreiben das Jahr 2009, die Welt hat sich gewandelt. Der Schauplatz der Geschichte befindet sich in den Vereinigten Staaten von Europa, genauer gesagt in der korrupten Metropole Babylon. Jonas und sein treuer Supercomputer Sam haben einen neuen Auftrag erhalten. Der Onkel einer Klientin hat sich das Leben genommen. Sprung aus dem Fenster. Unschön, aber passend zu der heruntergekommen Wohngegend. Doch die Klientin ist felsenfest davon überzeugt, daß es kein Selbstmord gewesen sein kann. Und tatsächlich stößt der letzte Detektiv sehr schnell auf Widersprüchlichkeiten…

    Sprecher: Das Ermittlerduo wird von Bodo Primus (Jonas) und Joachim Wichmann (Sam) gesprochen und man merkt Beiden ihre langjährige Erfahrung im Hörspielbereich an. Die Stimme von Jonas paßt zu dem, was man sich unter einem Privatschnüffler vorstellt. Richtig schöner Film Noir Stil. Und auch Joachim Wichmann glänzt in seiner Rolle als leicht zynischer Computer. Allein schon die zahlreichen verschiedenen Beizeichnungen von Sam für Jonas sind immer wieder herrlich. Auch die restlichen Sprecher zeigen ein hohes Niveau, welches der Bayerische Rundfunk damals an den Tag gelegt hatte.

    Fazit: Für Freunde von alter Sci-Fi und Film Noir ist „Der letzte Detektiv“ wirklich zu empfehlen. An manchen Stellen hat er schon ein wenig Staub angesetzt, aber einem echten Privatschnüffler kann das nicht schaden. Ganz im Gegenteil bekommt das Hörspiel dadurch eine ganz eigene Note.

    Wer Michael Kosers Vorgänger Serie „Dr. Dr. Dr. Van Dusen“ kennt, der sollte sich hierbei auf einen etwas härteren Stoff gefaßt machen. Zwar laden die Gespräche zwischen Jonas und Sam oft zum Schmunseln ein, aber der Grundtenor der Geschichte ist doch schon einiges Härter als man es von denen der Denkmaschine gewohnt ist.

    Es ist vielleicht etwas unangebracht, bei der ersten Folge schon auf das Ende zu schielen, doch sind bisher leider nur 4 von 40 Folgen auf CD und als Download erschienen. Da die Letzte davon fast auf den Tag genau vor 4 Jahren raus kam, ist es wohl kaum anzunehmen, daß auch die restlichen Folgen bald erhältlich sein werden. Sehr Schade. Die erste Folge aber ist schon mal in sich abgeschlossen, was dem einzelnen Hörgenuß damit wenigstens schon mal nicht im Weg steht. Wie es sich bei den anderen Verhält, kann ich jetzt leider noch nicht sagen.

    Aber ich bin noch nicht fertig, mit ans Ende schauen. Die Serie war auf 45 Folgen angelegt und lief von 1984 bis 2001. Dem aufmerksamen Leser dürfte die Diskrepanz zwischen den von mir erwähnten 40 vorhandenen und den 45 geplanten Folgen aufgefallen sein. Dies läßt sich auf einen Wechsel in der Führungsriege des Bayerischen Rundfunks, über den ich schon des öfteren nichts Gutes gehört hatte, zurückführen. Man beendete die Serie „Der letzte Detektiv“ vorzeitig, um Geld zu sparen. Aber 2008 gab es ein kleines Comeback. Auf privater Basis wurden zwei abschließende Folgen mit den Originalsprechern aufgenommen und stehen seit dem zum kostenlosen Download auf http://www.jonas-nur-jonas-und-sam.de/ bereit.

    Damit genug Trübsal geblasen. Der letzte Detektiv lohnt sich wirklich. Michael Koser hatte schon 1984 ein Gespür für die Themen, die uns heute bewegen und zeichnet ein zwar fiktives, aber nicht unrealistische Bild unserer heutigen Zeit ab. Ein schönes Stück Zeitgeschichte.

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s auch bei Audible zum download:
    Testmarkt (Der letzte Detektiv 1)

    Hörprobe und weitere Infos findet Ihr HIER auf der Audible-Seite!

  • Friedhof der Namenlosen (Prof. Sigmund Freud 5) – Heiko Martens

    Friedhof der Namenlosen (Prof. Sigmund Freud 5) – Heiko Martens

    Weist Du, verehrter Leser, was ein Strizzi ist? Falls ja, dann hast Du schon den ersten Hinweis, wohin es Dr. Freud und Co. dieses Mal verschlägt. Für alle anderen, die dem Österreichischen nicht mächtig sind, hier eine kleine Begriffserklärung. Ein Strizzi ist Wienerisch für Zuhälter. Mittlerweile wird Strizzi aber auch Allgemein für Lumpen und Strolche verwendet. Doch in diesem speziellen Fall verschlägt es Dr. Freud und die Seinen tatsächlich ins horizontale Gewerbe.

    Titel: Friedhof der Namenlosen (Prof. Sigmund Freud 5)
    Autor: Heiko Martens
    Sprecher: Hans Peter Hallwachs, Felicitas Woll, Andreas Fröhlich, u.a.
    Genre: Historischer Krimi
    Laufzeit: 01 Std. 10 Min. (ungekürzt)

    Verlag: STIL
    Erschienen: 2011

    Preis: € 6,95

    Zur Story: Die Leiche einer jungen Frau wird angeschwemmt. Schnell werden zwei Fakten deutlich. Zum Einen wurde die Frau ermordet und zum Anderen war Sie eine Prostituierte. Ersteres zeigt der eingeschlagene Schädel und bei Letzterem bedarf es des wissenden Blicks auf die Tätowierung, welche als Kainsmal bekannt ist. Damit wurden im Mittelalter eben solche Damen gezeichnet und heute tragen es manche sogar Freiwillig. Doch wer ist diese Frau und wer hat ihr das angetan? Karl Gruber steht vor einem Rätsel und erhofft sich neue Ansätze durch Dr. Sigmund Freud zu erhalten. In früheren Fällen hatten dieser, aber auch seine Tochter Anna, bei besonders schwierigen Fällen entscheidend zur Lösung beigetragen.

    Schnell wird man sich Einig, daß es bei diesem Fall einer intensiveren Feldforschung bedarf. Und so machen sich Karl und Anna schließlich auf, dem berühmt-berüchtigten Wiener Gürtel einen Besuch abzustatten. Doch müssen sie schon bald erkennen, daß es gar nicht so leicht ist, in den verrufenen Gassen die gesuchten Informationen zu finden…

    Sprecher: Die Hauptdarsteller konnten wieder auf voller Linie überzeugen. Wer genaueres zu Hallwachs, Woll und Fröhlich erfahren will, den möchte ich an dieser Stelle auf die Rezension der ersten Folge verweisen, HIER zu finden.

    Auch die restlichen Sprecher waren alle sehr gut, doch dieses Mal konnte keiner wirklich herausstechen. Das lag nicht an mangelndem Können, sondern weil es bei dieser Folge keine wirkliche Hauptperson neben den drei Protagonisten gab. Es tauchen vereinzelte Figuren auf, wie z.B. der Friedhofsverwalter gesprochen von Jürgen Wolters (bekannt aus der Werbung als die Stimme von Hornbach) oder Martha Freud (Kerstin Sanders-Dornseif), doch sind es eben alles nur Nebenrollen. Aber wie schon geschrieben wurden trotz des eher kurzen Auftretens sehr gute Sprecher gewählt.

    Der wissenschaftliche Kommentar am Ende wird von Dr. Wolfgang Sitte vorgetragen. Wie schon bei den Vorgängern so ist auch dieser kein ausgebildeter Sprecher und man sollte schon ein gewisses Maß an interesse mitbringen. Ist dieses aber gegeben, dann hört man seinen Ausführungen über den Fall gerne zu und man erfährt einige interessante Fakten rund um das im Fall 5 begangene Verbrechen.

    Fazit: Das Warten hat sich für mich gelohnt. Auch wenn bei „Friedhof ohne Namen“ etwas der aktive Gegenspieler gefehlt hat, so war der Fall doch wieder sehr interessant. Die Atmosphäre wird durch die dezente Musik hervorragend unterstützt und die Sprecher leisten einfach eine tolle Arbeit.

    Für Freunde von Bonusmaterial gibt es im Booklet zu drei verschiedenen Themen wieder interessante Fakten und der wissenschaftliche Kommentar zeigt sehr deutlich, wie sehr man sich auch dieses Mal wieder um einen fundierten Fall bemüht hat. Wem die ersten 4 Folgen gefallen haben, der kann auch hier wieder Getrost zugreifen.

    Und noch ein kleiner Hinweis, der mich sehr gefreut hat: Im Booklet sind zwei neue Folgen angekündigt! Jedenfalls darf man schon die Covers bestaunen. Ich freue mich schon sehr darauf und hoffe, daß bald die Veröffentlichungstermine bekannt gegeben werden.

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s auch bei Audible zum download:
    Friedhof der Namenlosen (Prof. Sigmund Freud 5)

    Oder bei Hördeutsch.de als CD:
    Friedhof der Namenlosen (Prof. Sigmund Freud 5)

    Hörprobe und weitere Infos findet Ihr HIER auf der Audible-Seite!

  • Sonderberg & Co. und die Jablotschkowsche Kerze (Folge 3) – Dennis Ehrhardt

    Sonderberg & Co. und die Jablotschkowsche Kerze (Folge 3) – Dennis Ehrhardt

    Auf ein Neues! Dieses Mal geht Doktor Sonderberg ein ganz besonderes Licht auf. Nämlich eine Jablotschkowsche Kerze. Bei diesem Namen bekommt man leicht einen Knoten in die Zunge und wer jetzt auch noch weiß, was das für ein Beleuchtungsmittel ist, der hat meinen höchsten Respekt. Für alle anderen gibt es dann noch einen Grund mehr, sich den dritten Fall von Dr. Sonderberg und Fräulein Cogner anzuhören, denn dort wird auch dieses Rätsel gelöst.

    Titel: Sonderberg & Co. und die Jablotschkowsche Kerze (Folge 3)
    Autor: Dennis Ehrhardt
    Sprecher: Jan-Gregor Kremp, Regina Lemnitz, Andreas Mannkopff, u.a.
    Genre: Historischer Krimi
    Lauzeit: 01 Std. 47 Min. (ungekürzt)

    Verlag: Zaubermond Verlag
    Erschienen: 2011

    Preis: € 7,95

    Zur Story: Wir schreiben das Jahr 1888. Während in London Jack the Ripper sein Unwesen treibt hat Dr. Sonderberg seinen ganz eigenen Fall zu knacken.

    Der Ort: Düsseldorf
    Der Verdächtige: Gregor Sonderberg, Neffe des bekannten Detektivs Dr. Friedrich Sonderberg
    Die angelastete Tat: Mord an seinem Arbeitgeber Heinrich Krump, Besitzer der Lampenfabrik Krump

    Gerade eben feierten Gregor und Minnie gemeinsam mit vielen anderen das 600-Jährige Jubiläum der Schlacht von Worringen bei Feuerwerk und Schnaps, als bereits Tags drauf der Neffe von Dr. Sonderberg verhaftet wird. In der Nacht war der Dampfkessel der Fabrik explodiert und ein Mann kam dabei ums Leben. Der Aussage von Krump Junior zufolge kann es sich bei dem Toten nur um seinen Vater handeln. Der Täter war schnell gefaßt, hatte Gregor doch eine schriftliche Ankündigung seiner Tat hinterlassen. Außerdem hatte ihn der Chef entlassen, Motiv genug also für ein solch schändliches Tun.

    Doch Gregor widerspricht vehement jeglichen Vorwürfen und behauptet an manchen Stellen sogar Gegenteiliges. Zu diesen Ungereimtheiten mischen sich als bald ein stets betrunkener Mitarbeiter, eine bis dato unbekannte Erbin, ein seltsamer Professor und noch so einiges mehr. Und schnell findet sich das Detektiv-Duo Sonderberg und Cogner in einem Verwirrspiel wieder, aus dem sie wohl nur das richtige Leuchtmittel hinausführen kann.

    Sprecher: Auch hier möchte ich zur Stammbesetzung auf meine Rezension des ersten Teils verweisen (zufinden HIER). Kurz gesagt haben mir die Hauptsprecher wieder sehr gut gefallen. Das Duo Sonderberg (Jan-Gregor Kremp) und Cogner (Regina Lemnitz) funktioniert einfach hervorragend und sowohl bei Andreas Mannkopff als auch bei Andreas Fröhlich ist es fast schon schade, daß sie nur Nebenfiguren sprechen.

    Auch die restlichen Rollen waren schön besetzt, einzig mit Oliver Kalkofe habe ich in Hörspielen und -büchern so meine Probleme. Vor allem, weil ich ihn eigentlich mag. Als Schauspieler in den richtigen Filmen oder als Kaberettist finde ich ihn einfach herrlich. Als Sprecher finde ich ihn jedoch meist etwas deplaziert. Nicht das er schlecht spricht, aber seine Art die Figur zu sprechen ist anders. Es klingt ungefähr so, als würde in einem Krimi einer der Darsteller wie auf der Theaterbühne spielen. Wo die anderen Figuren sich in ein ganzes einfinden, bricht Oliver Kalkofes Figur auditiv aus dem Rahmen. Das ist wie vieles natürlich sehr subjektiv und ich habe auch schon genau Gegenteiliges gelesen. Die Geschmäcker sind (zum Glück) verschieden.

    Seine „Frau“ (Cathlen Gawlich) als auch sein „Vater“ (Christian Schult) und die restlichen Sprecher haben mir wieder sehr gut gefallen. So z.B. auch Andreas von der Meden, der seine Stimme auch schon Kermit (der Frosch) und David Hasselhoff geliehen hat.

    Fazit: Auch der dritte Teil wartet wieder mit hohem Sprecher- und Produktionsniveau auf. Einzig das Ende des Falls konnte mich nicht ganz überzeugen. Ohne hier zuviel zu verraten, fand ich die fast schon Slapstick-Einlage des Inspektors unpassend. Seine Unfähigkeit und die daraus resultierenden Folgen haben mich eher gestört, denn man hätte das Ganze auch etwas ernster zu dem gleichen Punkt bringen können, was die Situation besser betont hätte.

    Sieht man darüber aber hinweg, dann macht auch der Fall der unaussprechlichen Kerze wieder viel Spaß zu hören und ich hoffe, daß noch viele weitere Fälle von Dr. Sonderberg und Minnie Cogner gelöst werden.

    Als kleiner Bonus gibt es dieses Mal eine kleine Geschichte aus Minnies Notizen zu hören, in der Fräulein Cogner von Gregor zu einem etwas zwielichtigen Kartenspiel eingeladen wird. Hier hatte der Humor wieder gepaßt.

    Kurz und gut, der dritte Fall kommt in meinen Ohren nicht ganz an die anderen Beiden heran, sein Geld ist er aber auf alle Fälle wert. Reinhören lohnt sich.

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s auch bei Audible zum download:
    Sonderberg & Co. und die Jablotschkowsche Kerze (Folge 3)

    Oder bei Hördeutsch.de als CD:
    Sonderberg & Co. und die Jablotschkowsche Kerze (Folge 3)

    Hörprobe und weitere Infos findet Ihr HIER auf der Audible-Seite!

  • Sonderberg & Co. und der Tote im Rhein (Folge 2) – Dennis Ehrhardt

    Sonderberg & Co. und der Tote im Rhein (Folge 2) – Dennis Ehrhardt

    Draußen wird es endlich sonniger und wärmer. Höchste Zeit wieder in winterlichere Gefilde abzutauchen. Nun ja, eigentlich freue ich mich ja über das schöne Wetter, aber wenn ein neuer Fall von Dr. Sonderberg ruft, dann begebe ich mich freudestrahlend ins verschneite Düsseldorf der 1886er Jahre.

    Titel: Sonderberg & Co. und der Tote im Rhein (Folge 2)
    Autor: Dennis Ehrhardt
    Sprecher: Jan-Gregor Kremp, Regina Lemnitz, Andreas Mannkopff, u.a.

    Genre: Historischer Krimi
    Laufzeit: 01 Std. 19 Min. (ungekürzt)

    Verlag: Zaubermond Verlag
    Erschienen: 2011

    Zur Story: Die kalten Flocken bedecken das Land, den Fluß und eine Leiche. Genauer gesagt legt sich die weiße Pracht auf die sterblichen Überreste von Wilfried Kerckhoven, einen niederländischen Gutachter, der für ein umstrittenes Brückenbauprojekt sein Gutachten abgeben wollte. Doch jetzt kann er, durch ungewolltes Ableben, leider nicht mehr berichten welches Vorgehen das Bessere wäre.

    Dr. Sonderberg wird vom gut betuchten Reeder Franz Fuchs beauftragt dessen Unschuld zu beweisen. Dieser wollte ein anderes Vorgehen für die Schiffsproblematik durchboxen und das Ergebnis des Gutachtens hätte diesem Vorhaben wahrscheinlich enormen Schaden zugefügt. Mit diesem Motiv ist es nicht verwunderlich, daß er nun befürchtet ins falsche Licht gerückt oder schlimmer noch, für den Mord an Kerckhoven belangt zu werden.

    Und so machen sich Dr. Sonderberg und seine Assistentin Minnie Cogner auf, die wahren Umstände herauszufinden. Bei ihren Recherchen betreten sie schon bald auch etwas freizügigere Bereiche der Stadt, in denen es trotz kaltem Winterwetter heiß her geht. Und wenn es auch für Dr. Sonderberg zu Beginn den Anschein hat, aber das plötzliche Auftauchen seines Neffen ist bei weitem nicht das Schlimmste, was ihm im Rahmen dieses Falles passieren sollte…

    Sprecher: Auch in der zweiten Folge setzt das Hörspiel seine hochkarätige Sprecherliste fort. Neben den Protagonisten wurde auch bei den restlichen Charakteren auf interessante und charismatische Stimmen geachtet. Wie zum Beispiel bei Franz Fuchs, der von Stefan Fredrich gesprochen wird. Dieser ist die deutsche Stimme von Jim Carrey. Des weiteren synchronisiert er auch den Sänger Meat Loaf, wenn dieser wieder mal in einem Film auftritt. Eine Rolle, die er auch gesprochen hat, war Jar Jar Binks aus Star Wars. Zugegebenermaßen ein Charakter, der auf enormen Widerstand in der SW-Fanbasis gestoßen ist, aber dafür kann der Synchronsprecher ja nichts.

    Daneben haben sich, mir bereits von anderen Hörspielen und -büchern bekannte Stimmen, ein fröhliches Stelldichein geliefert:

    Sehr gefreut hat es mich Cathlen Gawlich wieder zu hören. In der letzten Dr. Freud Rezension (Stimulus) hatte ich schon über sie geschrieben und bei Dr. Sonderberg & Co. lauscht man ihrer schönen Stimme, wenn Madame Rouge sich zu Wort meldet.

    Eine weitere markante Stimme ist die von Ferdinand Rothmann aka Gordon Piedesack, der auch schon beim Hörspiel „Das Mal“ mit- und die „Drachenlanze„-Hörbücher eingesprochen hat.

    Auch noch erwähnen möchte ich natürlich Gregor, den Neffen von Dr. Sonderberg, dem Andreas Fröhlich seine Stimme leiht. Auch wenn ich damit dem armen Doktor keine Freude mache, ich hoffe, daß man noch öfter was von ihm hören bekommt.

    Fazit: Der zweite Fall steht der ersten Produktion in Nichts nach. Exzellente Sprecher treffen auf eine interessante Krimigeschichte mit legerem Augenzwinkern. Auch dieses Mal gibt es mit 2 CDs wieder genug Platz für die Geschichte und als kleiner Bonus gibt es wieder eine lustige Anekdote aus „Dr. Sonderbergs Notizen“.

    Wer gerne in einer Droschke über holprige Straßen dem Verbrechen nachrumpelt und auch gern mal schmunzelt, der sollte sich Dr. Sonderberg & Co. nicht entgehen lassen. Ich freue mich schon auf die nächste Folge.

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s auch bei Audible zum download:
    Sonderberg & Co. und der Tote im Rhein (Folge 2)

    Oder bei Hördeutsch.de als CD:
    Detektei Sonderberg & Co. und der Tote im Rhein (Folge 2)

    Hörprobe und weitere Infos findet Ihr HIER auf der Audible-Seite!

  • Böses Ende – Sven Stricker

    Zum zweiten Mal habe ich die Ehre für Hördeutsch.de ein Hörbuch vor erscheinen desselbigen rezensieren zu dürfen. „Böses Ende“ heißt das Machwerk und ist eine kurze Krimi-Komödie rund um Mord, Politik und Blumenladen.

    Titel: Böses Ende
    Autor: Sven Stricker
    Sprecher: Bjarne Mädel, Florian Lukas, Stephan Schad, u.a.
    Genre: Krimi-Komödie
    Lauzeit: 01 Std. 03 Min. (ungekürzt)

    Verlag: Psychothriller
    Erschienen: 2011

    Preis: € 9,95

    Zur Story: Eigentlich sollte man als Angestellter bei einem Call-Center nicht viel Spannung erwarten können. Vor allem nicht am ersten Tag. Doch Ulrich Kulenkamp stolpert mit beiden Ohren mitten in eine handgreifliche Auseinandersetzung zwischen einem bekannten Politiker und seiner Geliebten, die sich am anderen Ende der Leitung abspielt. Gemeinsam mit seinem Kollegen, Paul Uhlenbrock, beschließt er, nicht die Polizei zu rufen. Doch vom schlechten Gewissen geplagt, schauen sie nach der Arbeit bei der Frau vorbei.

    Die deutlich angeschlagene wimmelt sie ziemlich schnell ab, Kulenkamp läßt aber seine Visitenkarte da, falls sie doch noch Hilfe braucht. Doch schon am nächsten Tag ist sie tot und die beiden Call-Center Mitarbeiter stehen unter dringendem Tatverdacht.

    Als Kulenkamp einen Umschlag von der Toten in seinem Briefkasten findet, in dem ein brisantes Foto enthalten ist, nehmen die Beiden schließlich den Fall in die eigenen Hände und ermitteln auf ihre Art…

    Sprecher: Was ich interessant fand war, daß alle Sprecher von „Böses Ende“ deutsche Schauspieler sind, was sehr gut zu diesem Hörspiel paßt. Florian Lukas z.B. war vor kurzem im Musikvideo „Danke“ von den fantastischen Vier in einer herrlich skurrilen Rolle zu sehen. Bjarne Mädel spielte in der Serie „Stromberg“ einen vom Wesen her ähnlichen Charakter wie hier. Kerstin Draeger könnte Fans von den Drei Fragezeichen oder TKKG her bekannt vorkommen, ist aber auch eine viel beschäftigte Schauspielerin. Und so weiter.

    Eben durch diese Konstellation vermittelt „Böses Ende“ das Gefühl einer lustigen Krimiserie àla Monk, Columbo und Co. Nur das die „Ermittler“ dieses Mal weder Polizisten noch Detektive oder dergleichen sind. Die Sprecher bringen die teils herrlich skurrilen Dialoge sehr gut rüber und man könnte sich, dank der gut gesetzten Musik- und Geräuschkulisse, das Ganze auch als Film vorstellen.

    Fazit: „Böses Ende“ ist ein schneller Krimi-Spaß, der sich selbst nicht zu ernst nimmt. Das Hörspiel ist sehr flott, was sehr gut zu der Stimmung paßt und zu interessanten Effekten führt. Nur an zwei, drei Stellen fand ich den Schnitt etwas zu abrupt gesetzt. Dadurch wurde die jeweilige Szene am Ende leicht abgehakt.
    „Böses Ende“ ist für alle Krimifans empfehlenswert, deren Helden gerne mal einen leichten Sockenschuß besitzen dürfen und auf ihre ganz eigene Art liebenswert sind. Rein hören lohnt sich!

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s bei Hördeutsch.de als CD:
    Böses Ende

    Hörprobe und weitere Infos findet Ihr HIER auf der Hördeutsch.de-Seite!

  • Stimulus (Prof. Sigmund Freud 4) – Heiko Martens

    Zum vierten Mal blickt mir das berühmte Konterfei von Sigmund Freud von einer schön gestalteten CD Hülle entgegen. Dieses Mal in Lila gehalten und von Gerichtssaal, Krankenbett, Feuer und Davidstern umgeben. Wie schon bei den drei Folgen davor sind diese Bilder eng mit der Geschichte verwoben. Doch wie? Ja, ich war neugierig und konnte es kaum erwarten, endlich rein zuhören.

    Titel: Stimulus (Prof. Sigmund Freud 4)
    Autor: Heiko Martens
    Sprecher: Hans Peter Hallwachs, Felicitas Woll, Andreas Fröhlich, u.a.
    Genre: Historischer Krimi
    Laufzeit: 01 Std. 05 Min. (ungekürzt)

    Verlag: STIL
    Erschienen: 2011

    Preis: € 6,95

    Zur Story: Dr. Sigmund Freuds letzte Patientin liegt im Krankenhaus, wach, aber zu keiner Regung zu bewegen. Der Doktor selbst sitzt in seinem Haus fest, denn gegen ihn läuft eine Ermittlung. Der Grund: Kurz vor ihrem Zusammenbruch soll die junge Frau Sigmund Freud beschuldigt haben, sie vergewaltigt zu haben.

    Während der Psychoanalytiker in seinem innersten gegen sich selbst argumentiert und mit Hilfe seines Über-Ichs und Es die letzte Sitzung noch einmal Revue passieren läßt, machen sich Anna Freud und Karl Gruber auf, der Patientin einen Besuch abzustatten.

    Doch zwei Umstände erschweren die Lage für Dr. Sigmund Freud noch zusätzlich. Zum Einen stoßen seine Behandlungsmethoden bei vielen Personen auf Unverständnis und Widerwillen und zum Anderen trübt die tief verwurzelte Abneigung gegen Juden den klaren Menschenverstand vieler Beteiligter. Ein gefährlicher Versuch soll schließlich die Wende bringen…

    Sprecher: Ich möchte an dieser Stelle nur kurz auf die vorhergehenden Folgen verweisen. Dort habe ich bereits über die Stammsprecher geschrieben. Aber vielleicht nur in kurz zusammen gefaßt: Andreas Fröhlich ist und bleibt auch mit diesem Hörspiel einer meiner absoluten Favoriten im Sprechersektor. Felicitas Woll und Hans Peter Hallwachs sind wieder spitze und verkörpern ihre Rollen sehr gut. Ein Traumgespann, daß sich hören lassen kann.

    Ein kleines Highlight für mich auf dieser CD ist das „Es“, also das Lustprinzip in Sigmund Freud, vor allem der Auftritt gleich am Anfang. Auch sonst gefallen mir die Zwiegespräche zwischen den drei Parteien immer sehr, aber dieses Mal ist die Stimme von Cathleen Gawlich einfach perfekt. Wie sie zwischen zischend, feixend und herablassend hin und her springt, daß hat mich tief beeindruckt.

    An sich finde ich, daß die bisherigen Synchronrollen von Cathleen Gawlich eine sehr interessante Mischung sind. Das geht los bei Sandy (dem Eichhörnchen) in SpongeBob Schwammkopf über Josephine in Scrubs – Die Anfänger bis Goldie bei Sin City. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt. Somit dürfte eigentlich jeder schon einmal ihrer Stimme über den Weg gelaufen sein. Und bei Sigmund Freud zeigt sie, wie wandelbar sie in ihrer Sprechweise ist. Klasse!

    Fazit: Auch der vierte Teil hat mich wieder begeistert. Die Produktion ist auch dieses Mal in jeder Hinsicht auf einem sehr hohen Niveau. Die Musik- und Geräuschkulisse fügt sich wunderbar ins Gesamtbild ein und macht die ganze Folge rund.

    Im ca. 6 minütigen wissenschaftlichen Kommentar behandelt dieses Mal Dr. Tilman Hoppe die Thematik der gerichtlichen Untersuchungen im Allgemeinen und die Aussagen eines Arztes oder in diesem Falle des Psychoanalytikers Freud vor Gericht im speziellen.

    Wie immer sollte man hier nicht zu viel erwarten. Allein schon der zeitliche Rahmen der zur Verfügung steht zeigt deutlich, daß nicht allzu tief in die Materie eingetaucht wird. Aber das ist auch gar nicht Sinn der Sache. Statt dessen wird noch einmal kurz aufgezeigt, wie es sich auch in der Realität verhält, denn nicht selten erlauben sich Autoren kreative Freiheiten und greifen bei ihren Geschichten auf starke Überzeichnungen oder sogar falsche Aussagen über bestimmte Thematiken zurück.

    Ich persönlich freue mich immer, wenn es noch ein paar zusätzliche Infos gibt, mit denen man die jeweilige Folge weiter vertiefen kann, aber eben nicht muß. So auch drei Seiten im Booklett, die sehr interessant waren.

    Ein kleines Schmankerl war auch noch der Auftritt von einem Weggefährten von Sigmund Freud, den ich hier mal nicht verraten möchte. Die Serie schafft es geschickt, mit jeder Folge langsam den Charakter des Psychoanalytikers weiter auszubreiten und darzustellen, ohne dies besonders in den Vordergrund zu rücken. Situationen und Erlebnisse beschreiben ihn und nicht bloßes Aufzählen.

    Auch hier wieder, wer sich für Freud oder psychologische Krimis interessiert, sollte bei dieser Hörspielreihe zugreifen. Aber am Besten am Anfang. Auf hoffentlich noch viele Folgen.

    Euer

    Papa Rabe w^v^w

    Das Hörbuch gibt’s auch bei Audible zum download:
    Stimulus (Prof. Sigmund Freud 4)

    Oder bei Hördeutsch.de als CD:
    Stimulus (Prof. Sigmund Freud 4)

    Hörprobe und weitere Infos findet Ihr HIER auf der Audible-Seite!